Das Praktische Jahr ist eine Phase mit intensivem klinischem Kontakt und damit auch einem erhöhten Unfallrisiko. Wer hier den richtigen Versicherungsschutz hat, ist im Ernstfall abgesichert ohne auf die oft lückenhaften gesetzlichen Leistungen angewiesen zu sein.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die gesetzliche Unfallversicherung deckt Arbeitsunfälle und Wegeunfälle, zahlt aber keine Leistungen bei Freizeitunfällen.
  • Eine private Unfallversicherung ergänzt den gesetzlichen Schutz und zahlt bei Invalidität ab einer vereinbarten Progression.
  • Nadelverletzungen und Infektionsrisiken im PJ sind ein oft unterschätztes Thema, das die Berufsgenossenschaft abdeckt, aber nur eingeschränkte Leistungen bietet.

Unfallversicherung in der Phase PJ

PJ-Studierende sind über ihre Lehreinrichtung bei der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) gesetzlich unfallversichert. Diese Versicherung greift bei Arbeitsunfällen und Wegeunfällen, nicht jedoch bei Unfällen in der Freizeit. Wer beim Joggen oder im Urlaub einen schweren Unfall erleidet, trägt die finanziellen Folgen ohne ergänzenden privaten Schutz allein.

Eine private Unfallversicherung mit einer Invaliditätssumme von 100.000 bis 300.000 Euro und einer Progression von 225 bis 350 Prozent kostet für einen 25-jährigen PJ-Studierenden etwa 100 bis 200 Euro jährlich. Bei dauerhafter Invalidität zahlt die Versicherung je nach Invaliditätsgrad einen Prozentsatz dieser Summe, multipliziert mit der Progression. Bei 50 Prozent Invalidität und 300 Prozent Progression wären das beispielsweise 150 Prozent von 200.000 Euro, also 300.000 Euro.

Besonders im PJ relevantes Thema: Nadelstich- und Schnittunfälle sowie Expositionen gegenüber infektiösem Material. Diese sind durch die BGW versichert, der Prozess der Meldung und Nachbeobachtung sollte aber gut dokumentiert werden.

Worauf PJ-Studierende besonders achten sollten

PJ-Studierende sollten prüfen, ob eine private Unfallversicherung aus dem Elternhaus noch mitversichert oder bereits abgelaufen ist. Ärzteversichert bietet Beratung für angehende Mediziner, um Schutzlücken frühzeitig zu schließen. Der Abschluss einer privaten Unfallversicherung im Studium sichert zudem günstigere Prämien gegenüber einem späteren Einstieg.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein verbreiteter Fehler ist der Irrglaube, die gesetzliche Unfallversicherung decke alle Unfälle ab. Der Freizeitbereich ist explizit ausgenommen. Ein zweiter Fehler ist das Vergessen der Meldepflicht bei Arbeitsunfällen: Wer eine Nadelverletzung nicht unmittelbar meldet, gefährdet seinen Versicherungsschutz bei später auftretenden Infektionserkrankungen.

Fazit

Eine private Unfallversicherung ist im PJ eine günstige und sinnvolle Ergänzung zum gesetzlichen Schutz. Wer früh abschließt, sichert sich dauerhaft günstige Konditionen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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