Mit der Praxisabgabe endet auch der Schutz durch die gesetzliche Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Im Ruhestand ist eine private Unfallversicherung deshalb relevanter denn je, da die Sturzgefahr mit dem Alter zunimmt und Unfälle die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen können.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem Ende der Selbstständigkeit erlischt der gesetzliche Unfallversicherungsschutz
  • Im Ruhestand sind häusliche Unfälle das Hauptrisiko, das durch eine private Unfallversicherung abgedeckt werden sollte
  • Die Versicherungssumme sollte dem Lebensstandard und dem verbleibenden Vermögen angepasst sein

Unfallversicherung in der Phase Praxisabgabe / Ruhestand

Als Praxisinhaber war man in der Regel über die gesetzliche Unfallversicherung der Berufsgenossenschaft Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege gegen Arbeitsunfälle versichert. Diese Pflichtversicherung endet mit der Aufgabe der Selbstständigkeit. Im Ruhestand gibt es keinen Anspruch auf gesetzliche Unfallversicherung mehr.

Gleichzeitig steigt die Unfallgefahr im Alter: Stürze zu Hause oder auf Reisen sind die häufigste Unfallursache bei Menschen über 65 Jahren. Ein schwerer Sturz kann zu bleibenden Einschränkungen führen, die den Pflegebedarf und damit die Kosten erheblich erhöhen. Eine private Unfallversicherung zahlt bei dauerhafter Invalidität eine Kapitalleistung, die für Umbaumaßnahmen, Pflegehilfen oder medizinische Versorgung genutzt werden kann.

Die Höhe der Versicherungssumme sollte bei mindestens 100.000 bis 200.000 Euro liegen, bei höherem Lebensstandard entsprechend mehr. Die Progression, also die Erhöhung der Leistung bei steigendem Invaliditätsgrad, sollte mindestens 350 Prozent betragen, damit auch bei schwerer Invalidität ausreichend Kapital vorhanden ist.

Worauf Ärzte bei der Praxisabgabe besonders achten sollten

Wer bereits eine private Unfallversicherung aus der Berufstätigkeit hat, sollte prüfen, ob die Konditionen noch zum Ruhestands-Risikoprofil passen. Ärzte neigen dazu, ihre Unfallversicherung auf den Beruf auszurichten, was im Ruhestand nicht mehr relevant ist. Ärzteversichert überprüft im Rahmen der Ruhestandsplanung alle laufenden Versicherungen und empfiehlt, welche angepasst oder abgelöst werden sollten.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das vollständige Weglassen einer Unfallversicherung im Ruhestand. Viele Ärzte glauben, dass sie als Mediziner selbst am besten einschätzen können, wie gut sie körperlich fit sind. Das ändert aber nichts daran, dass Unfälle zufällig passieren.

Ebenfalls problematisch: das Halten einer teuren Unfallversicherung aus der aktiven Berufszeit ohne Anpassung. Wer als Arzt eine Unfallversicherung mit hohem Tagegeld hatte, braucht dieses Tagegeld im Ruhestand nicht mehr, kann aber die Kapitalleistung bei Invalidität erhöhen.

Fazit

Die Unfallversicherung im Ruhestand ist eine günstige, aber wichtige Absicherung gegen ein Risiko, das mit dem Alter wächst. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →