Die Elternzeit bedeutet temporär weniger Einkommen, aber nicht zwingend einen Stopp beim Vermögensaufbau. Wer laufende Sparpläne klug anpasst und die Zeit nutzt, um die eigene Finanzstrategie zu überdenken, kann gestärkt zurückkehren.
Das Wichtigste in Kürze
- Bestehende ETF-Sparpläne können während der Elternzeit auf niedrigere Beiträge reduziert, aber nicht einfach ohne Kosten aufgelöst werden
- Das Elterngeld ist steuerfrei, aber progressionswirksam und erhöht den Steuersatz auf andere Einkünfte
- Günstige Kaufgelegenheiten für Vermögenswerte entstehen oft genau in wirtschaftlichen Schwächephasen
Vermögensaufbau in der Phase Elternzeit
Das Elterngeld beträgt maximal 1.800 Euro monatlich beim Basiselterngeld. Für Ärzte, die zuvor 6.000 bis 10.000 Euro brutto verdient haben, ist das ein erheblicher Einkommensrückgang. Die monatliche Sparrate für Kapitalanlagen sollte deshalb realistisch angepasst werden, ohne Sparpläne vollständig zu stoppen, weil das die langfristige Rendite durch unterbrochene Zinseszinseffekte schmälert.
Wer in der Elternzeit einen ETF-Sparplan mit monatlich 100 statt 500 Euro weiterführt, hält das Depot aktiv und profitiert weiterhin vom Cost-Average-Effekt. Läuft parallel ein Fondssparplan für ein Versorgungswerk-Ergänzungsprodukt oder eine fondsgebundene Rentenversicherung, sollten auch dort die Beiträge vorübergehend reduziert werden, wenn die Flexibilität vertraglich möglich ist.
Das Elterngeld selbst ist einkommensteuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Es erhöht den Steuersatz, der auf andere Einkünfte, zum Beispiel Mieteinnahmen oder Zinsen, erhoben wird. Wer in der Elternzeit noch Nebeneinkünfte hat, sollte eine Steuerplanung durchführen, um unerwartete Nachzahlungen zu vermeiden.
Worauf Ärzte in der Elternzeit besonders achten sollten
Gerade in der Elternzeit bietet sich die Gelegenheit, die eigene Finanzstrategie grundlegend zu überdenken. Haben sich Ziele verändert? Ist die Risikobereitschaft nach der Familiengründung gesunken? Ärzteversichert unterstützt dabei, alle bestehenden Spar- und Versicherungsverträge zu bewerten und die Strategie an die neue Lebenssituation anzupassen.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein verbreiteter Fehler ist das vollständige Pausieren aller Sparbeiträge, um die laufenden Kosten zu decken. Auch kleine monatliche Beiträge von 50 bis 100 Euro halten die Gewohnheit aufrecht und erleichtern es, nach der Elternzeit wieder höhere Beträge zu sparen.
Ein weiterer Fehler ist das Vernachlässigen der Schuldenstruktur. Wer einen Immobilienkredit laufen hat und in der Elternzeit die Tilgung pausiert, verliert durch entgangene Zinsersparnis mehr, als er durch die kurzfristig verfügbare Liquidität gewinnt.
Fazit
Vermögensaufbau in der Elternzeit erfordert Anpassung, aber keine Unterbrechung. Die Weichen für die finanzielle Zukunft werden auch in dieser Phase gestellt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Elternzeit und Einkommen
- Bundesfinanzministerium – Progressionsvorbehalt
- GDV – Kapitalanlage und Altersvorsorge
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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