Als etablierter Praxisinhaber verfügen Sie typischerweise über ein stabiles, hohes Einkommen und stehen gleichzeitig vor der Herausforderung, dieses gezielt in Vermögen umzuwandeln. Der Praxiswert allein reicht selten als Altersvorsorge aus, weshalb eine diversifizierte Anlagestrategie entscheidend ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Praxisinhaber sollten nicht mehr als 30 bis 40 Prozent ihres Gesamtvermögens in der Praxis gebunden haben
  • Immobilien, ETF-Sparpläne und das Versorgungswerk bilden ideale drei Säulen des Vermögensaufbaus
  • Die Steuerbelastung kann durch gezielte Investitionsstrategien erheblich reduziert werden

Vermögensaufbau in der Phase etablierter Praxisinhaber

Ein etablierter Niedergelassener mit 200.000 bis 350.000 Euro Jahresgewinn hat prinzipiell hervorragende Möglichkeiten zum Vermögensaufbau. Die Herausforderung liegt darin, dass ein großer Teil des Einkommens in der Praxis reinvestiert wird oder in hohe Steuerzahlungen fließt. Eine kluge Strategie kombiniert drei Säulen: die Rentenansprüche aus dem Versorgungswerk, private Kapitalanlagen und Immobilien.

Für die Kapitalanlage eignen sich breit gestreute ETF-Sparpläne auf den MSCI World oder ähnliche Indizes. Bei einem monatlichen Sparplan von 3.000 Euro und einer angenommenen Rendite von 6 Prozent per anno wächst das Vermögen in 20 Jahren auf rund 1,4 Millionen Euro. Immobilien als Kapitalanlage bieten steuerliche Vorteile durch Abschreibungen, erfordern aber Liquiditätsreserven für Instandhaltung und Leerstand.

Steuerlich lassen sich die §§ 7g und 6b EStG (Investitionsabzugsbetrag und Übertragung stiller Reserven) nutzen, um Steuerzahlungen zeitlich zu verschieben und Investitionen in die Praxis oder in Immobilien zu finanzieren. Wer außerdem eine Rürup-Rente nutzt, kann jährlich mehrere Tausend Euro Steuern sparen.

Worauf etablierte Praxisinhaber besonders achten sollten

Diversifizieren Sie bewusst: Praxiswert, Immobilien und Wertpapiere sollten kein Klumpenrisiko bilden. Ärzteversichert empfiehlt eine regelmäßige Finanzplanung mit einem unabhängigen Berater, der Ihnen hilft, Sparquote, Steuerstrategie und Absicherungsbedarf im Blick zu behalten.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Viele Praxisinhaber investieren zu viel in die eigene Praxis und zu wenig in externe Anlageformen. Ein weiterer Fehler ist das Fehlen eines schriftlichen Finanzplans, sodass Investitionsentscheidungen reaktiv statt strategisch getroffen werden.

Fazit

Systematischer Vermögensaufbau neben der Praxistätigkeit sichert die finanzielle Unabhängigkeit im Ruhestand. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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