Der Beginn des Berufslebens als Assistenzarzt ist der richtige Moment, den Versicherungsschutz grundlegend zu überprüfen. Was im Studium ausreichend war, deckt die neuen Risiken und Bedürfnisse eines berufstätigen Mediziners oft nicht mehr ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Die wichtigsten Versicherungen für Assistenzärzte sind Berufsunfähigkeitsversicherung, Haftpflichtversicherung, Krankentagegeld und private Unfallversicherung.
- Viele Mitversicherungen über die Eltern (Haftpflicht, Unfallversicherung) enden automatisch mit dem Berufseinstieg oder der eigenen Haushaltsführung.
- Ein strukturierter Versicherungscheck spart langfristig Geld und verhindert gefährliche Schutzlücken.
Versicherungscheck in der Phase Assistenzarzt
Mit Beginn der Weiterbildung entstehen neue Risiken: Die ärztliche Tätigkeit bringt Haftungsrisiken mit sich, die über eine normale Privathaftpflicht hinausgehen. Die Berufshaftpflicht ist für angestellte Assistenzärzte über den Arbeitgeber abgedeckt, aber für Nebentätigkeiten und Vertretungsarztdienste außerhalb der eigenen Klinik besteht in vielen Tarifen keine Deckung.
Ein vollständiger Versicherungscheck umfasst folgende Bereiche: Berufsunfähigkeitsversicherung (vorhanden und ausreichend?), Krankentagegeld (greift ab dem Ende der Lohnfortzahlung nach 6 Wochen), private Haftpflichtversicherung (mit ausreichender Deckungssumme von 10 bis 15 Millionen Euro), private Unfallversicherung (Freizeitunfälle), Hausratversicherung (für die erste eigene Wohnung) und Rechtsschutzversicherung (für Arbeitsrechtsstreitigkeiten besonders relevant für Assistenzärzte).
Besondere Aufmerksamkeit verdient die BU-Versicherung: Im Alter von 27 bis 35 Jahren ist die Gesundheitshistorie in der Regel noch kurz, was günstige Prämien und wenige Risikoausschlüsse ermöglicht. Mit jedem Jahr können Vorerkrankungen hinzukommen, die später Ausschlüsse oder erhöhte Beiträge nach sich ziehen.
Worauf Assistenzärzte besonders achten sollten
Assistenzärzte sollten alle noch laufenden Elternpolicen schriftlich beim Versicherer auf Mitversicherungsstatus prüfen. Läuft die Mitversicherung bei der Eltern-Haftpflicht mit dem Berufseinstieg aus, besteht für diesen Zeitraum keine Deckung. Ärzteversichert bietet für Assistenzärzte einen kostenlosen Versicherungscheck an und zeigt auf, wo Schutzlücken bestehen.
Typische Fehler in dieser Karrierephase
Ein häufiger Fehler ist die Vernachlässigung des Krankentagegeldes: Assistenzärzte mit Gehaltsanspruch erhalten nach 6 Wochen kein Gehalt mehr vom Arbeitgeber, und das gesetzliche Krankengeld liegt bei maximal 70 Prozent des Bruttogehalts, begrenzt auf 90 Prozent des Nettogehalts. Ein zweiter Fehler ist das Vergessen der Rechtsschutzversicherung, die bei Konflikten mit dem Arbeitgeber erheblichen Schutz bietet.
Fazit
Ein umfassender Versicherungscheck zu Beginn der Assistenzarztzeit ist eine Investition von wenigen Stunden, die langfristig Sicherheit und oft auch bares Geld spart. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Versicherungsüberblick
- BaFin – Verbraucherinformationen
- Bundesärztekammer – Weiterbildung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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