Die Beförderung zum Chefarzt verändert das Versicherungsprofil grundlegend: Das Einkommen steigt, die Haftungsverantwortung wächst, und neue Risiken entstehen, die vorher nicht existierten. Ein systematischer Versicherungscheck zu Beginn der Chefarzttätigkeit ist deshalb keine Option, sondern eine Pflicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Chefarzteinkommen liegt je nach Fachrichtung und Klinik zwischen 180.000 und 400.000 Euro jährlich, was eine Anpassung aller einkommensabhängigen Versicherungen erfordert
  • Die Leitungsfunktion schafft neue Haftungsrisiken, insbesondere bei Organisations- und Überwachungsverschulden
  • Dienstwagen, Liquidationsrecht und Privatambulanz sind versicherungsrechtlich eigenständig zu betrachten

Versicherungscheck in der Phase Chefarzt

Als Chefarzt tragen Sie nicht nur klinische, sondern auch organisatorische Verantwortung. Fehler bei der Dienstplangestaltung, mangelnde Supervision von Assistenzärzten oder unzureichende Ausstattung des OP-Saals können als Organisationsverschulden gewertet werden und persönliche Haftungsansprüche begründen. Die meisten Chefarzthaftpflichtversicherungen decken solche Ansprüche ab, aber die Deckungssummen müssen stimmen. Für chirurgische und gynäkologische Fachrichtungen sollten mindestens 15 bis 20 Millionen Euro je Schadensfall versichert sein.

Das Liquidationsrecht, also das Recht des Chefarztes, Wahlleistungspatienten privat abzurechnen, erzeugt ein eigenständiges unternehmerisches Risiko. Diese Einnahmen sind einkommensteuerpflichtig und müssen separat absichert werden. Dazu zählt eine Berufshaftpflicht, die die Privatambulanz ausdrücklich einschließt, sowie eine Buchhaltungs- und Abrechnungsprüfversicherung.

Die Berufsunfähigkeitsversicherung muss an das tatsächliche Chefarztgehalt angepasst werden. Eine Police, die noch auf dem Assistenzarztniveau abgeschlossen wurde, deckt im Ernstfall nur einen Bruchteil des realen Einkommensausfalls. Wer als Chefarzt 300.000 Euro im Jahr verdient, sollte eine BU-Rente von mindestens 5.000 bis 7.000 Euro monatlich versichert haben.

Worauf Chefärzte besonders achten sollten

Die D&O-Versicherung (Directors-and-Officers-Versicherung) ist für Chefärzte in leitenden Positionen zunehmend relevant, insbesondere wenn sie Geschäftsführungsaufgaben übernehmen oder in MVZ-Strukturen tätig sind. Ärzteversichert führt für Chefärzte auf Wunsch einen strukturierten Versicherungscheck durch, bei dem alle bestehenden Policen auf Deckungslücken und Doppelung geprüft werden.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein verbreiteter Fehler ist das Weiterführen von Policen aus der Facharztzeit ohne Anpassung. Die Deckungssummen sind dann in der Regel zu niedrig, und der Versicherungsnehmer wähnt sich in Sicherheit, obwohl erhebliche Lücken bestehen.

Ebenfalls häufig: Das Vernachlässigen der privaten Krankenversicherung. Viele Chefärzte haben eine PKV aus der Assistenzarztzeit, die nie auf die veränderte Lebenssituation, höheres Einkommen, Familie, Auslandstätigkeit, angepasst wurde. Veraltete PKV-Tarife leisten oft schlechter als neuere Vergleichstarife.

Fazit

Der Versicherungscheck zum Karrieremeilenstein Chefarzt schützt nicht nur das Vermögen, sondern gibt auch die Sicherheit, die für die volle Konzentration auf die Leitungsaufgabe nötig ist. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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