Der Niederlassungsstart ist der größte Versicherungsumbruch in der ärztlichen Karriere. Mit einem Stichtag enden die Absicherungen des Arbeitgebers, und ab diesem Moment muss der Arzt als Unternehmer alle Risiken selbst managen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit dem ersten Tag der Selbstständigkeit enden Lohnfortzahlung, betriebliche Altersvorsorge und der Haftpflichtschutz der Klinik
  • Mindestens fünf Versicherungen müssen ab Tag eins der Niederlassung vorhanden sein
  • Ein systematischer Versicherungscheck vor der Niederlassung verhindert teure Deckungslücken

Versicherungscheck in der Phase Niederlassungsstart

Beim Übergang von der Anstellung in die Selbstständigkeit gibt es fünf Versicherungen, die ab dem ersten Tag der Praxistätigkeit vorhanden sein müssen. Erstens die Berufshaftpflichtversicherung: Als niedergelassener Arzt haften Sie persönlich für Behandlungsfehler. Die Mindestdeckungssumme für Allgemeinmediziner beträgt 3 bis 5 Millionen Euro, für operative Fächer 10 bis 20 Millionen Euro je Schadensfall. Zweitens die Berufsunfähigkeitsversicherung: Als Selbstständiger gibt es keine Lohnfortzahlung mehr. Die BU-Police muss an das neue Einkommensniveau angepasst sein. Drittens die Praxisausfallversicherung: Bei Krankheit oder Unfall ersetzt diese die laufenden Praxiskosten, die weiterlaufen, auch wenn kein Umsatz erzielt wird.

Viertens die Inhalts- und Inventarversicherung für Praxisausstattung, Geräte und EDV-Systeme. Fünftens die Cyberversicherung, die bei Datenschutzverletzungen und IT-Angriffen die Kosten für Forensik, Wiederherstellung und behördliche Meldepflichten übernimmt.

Darüber hinaus sind eine Rechtsschutzversicherung für ärztliche Streitigkeiten und eine D&O-Versicherung empfehlenswert, falls der Arzt in einem MVZ oder einer Gemeinschaftspraxis Leitungsverantwortung trägt.

Worauf Ärzte zum Niederlassungsstart besonders achten sollten

Der Versicherungscheck sollte spätestens drei Monate vor dem geplanten Niederlassungsdatum beginnen, damit alle Policen rechtzeitig abgeschlossen sind. Ärzteversichert begleitet Niedergelassene von der ersten Bedarfsanalyse bis zum Abschluss aller Policen und stellt sicher, dass keine Lücken entstehen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist das Vernachlässigen der Praxisausfallversicherung. Viele Ärzte unterschätzen, dass die laufenden Kosten einer Praxis von 10.000 bis 30.000 Euro monatlich auch dann weiterlaufen, wenn keine Einnahmen erzielt werden.

Ebenfalls problematisch: das Übernehmen einer bestehenden Praxis und das blinde Fortführen der alten Versicherungen des Abgebers. Die Policen des Vorgängers passen möglicherweise nicht zur neuen Tätigkeit oder zu den neuen Deckungssummen.

Fazit

Ein vollständiger Versicherungscheck beim Niederlassungsstart ist keine Bürde, sondern die Grundlage für unternehmerische Sicherheit. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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