Die Beförderung zum Oberarzt markiert einen wichtigen Karriereschritt mit erhöhter Verantwortung und in der Regel einem deutlich gestiegenen Gehalt. Beides macht einen systematischen Versicherungscheck unumgänglich, denn bestehende Policen passen oft nicht mehr zur neuen Lebenssituation.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das gestiegene Gehalt als Oberarzt erfordert eine Anpassung der BU-Versicherung an das neue Einkommensniveau
  • Die erhöhte Behandlungsverantwortung macht eine überprüfte Berufshaftpflicht mit ausreichender Deckungssumme unverzichtbar
  • Erstmals lohnt sich als Oberarzt der Aufbau einer privaten Altersvorsorge parallel zum Versorgungswerk

Versicherungscheck in der Phase als Oberarzt

Das Gehalt eines Oberarztes liegt je nach Fachgebiet und Klinikgröße laut aktuellem Marburger Bund-Tarif bei 80.000 bis 120.000 Euro brutto jährlich, teils zuzüglich Bereitschaftsdienstvergütungen und Prämien. Dieser deutliche Gehaltssprung gegenüber dem Assistenzarzt macht es notwendig, die BU-Versicherung nachzuversichern. Wer mit 28 Jahren eine BU-Rente von 2.000 Euro vereinbart hat, sitzt mit 38 Jahren als gut verdienender Oberarzt auf einem massiven Versorgungsloch.

Gleichzeitig trägt ein Oberarzt mehr medizinische Eigenverantwortung und führt häufig Nachwuchsärzte. Diese Konstellation erhöht das Haftungsrisiko. Die klinische Berufshaftpflicht des Krankenhauses deckt in der Regel alle angestellten Ärzte ab, aber der genaue Umfang sollte aktiv geprüft werden: Nebentätigkeiten als Gutachter oder bei externen Fortbildungen sind meist explizit ausgeschlossen.

Worauf Oberärzte besonders achten sollten

Als Oberarzt beginnt in vielen Fällen auch die ernsthafte Auseinandersetzung mit Immobilienfinanzierung und privater Altersvorsorge. Ärzteversichert empfiehlt, zu diesem Zeitpunkt eine umfassende Finanzbestandsaufnahme zu machen: Welche Verträge bestehen, welche sind noch aus der Assistenzarztzeit und möglicherweise nicht mehr ausreichend? Die Nachversicherungsgarantie vieler BU-Policen erlaubt eine Erhöhung anlässlich der Beförderung ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Der häufigste Fehler ist die Untätigkeit nach der Beförderung: Viele Oberärzte genießen das höhere Gehalt, ohne die Versicherungen anzupassen. Erst wenn der Schadenfall eintritt, wird die Deckungslücke schmerzhaft offenbar. Ein zweiter Fehler ist das Fehlen einer privaten Altersvorsorge: Das Versorgungswerk liefert je nach Einzahlungshistorie oft nur 60 bis 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens, sodass eine private Ergänzung unbedingt aufgebaut werden sollte.

Fazit

Die Beförderung zum Oberarzt ist der ideale Anlass für einen vollständigen Versicherungs- und Finanzcheck, der die Basis für die weiteren Karrierejahre legt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

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