Als Oberarzt mit gestiegenem Einkommen steigen auch die Beiträge ins Versorgungswerk. Es ist jetzt an der Zeit, die tatsächlich erarbeiteten Rentenanwartschaften zu kennen und die Planung für die Rentenlücke anzugehen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Versorgungswerk-Pflichtbeitrag beträgt in der Regel 10 bis 14 Prozent des beitragspflichtigen Einkommens
  • Oberärzte können freiwillige Mehrbeiträge leisten, um ihre Rentenanwartschaft zu steigern
  • Die prognostizierte Versorgungswerk-Rente sollte regelmäßig abgefragt und geprüft werden

Versorgungswerk in der Phase Oberarzt

Auf Oberarztlevel mit einem Bruttoeinkommen von 8.000 bis 10.000 Euro monatlich beträgt der Versorgungswerk-Pflichtbeitrag je nach Bundesland zwischen 800 und 1.400 Euro monatlich. Diese Beiträge fließen direkt in die Rentenanwartschaft, die abhängig von Beitragsjahren und Beitragshöhe im Rentenalter ausgezahlt wird.

Die genaue Höhe der projizierten Rente variiert je nach Versorgungswerk. Viele Versorgungswerke stellen jährliche Leistungsmitteilungen aus, die die prognostizierte Rentenleistung zeigen. Diese sollten aktiv angefordert und gelesen werden, um die eigene Rentenlücke zu berechnen. Wenn die projizierte Rente bei 3.500 Euro monatlich liegt, aber das gewünschte Ruhestandseinkommen 6.000 Euro beträgt, klafft eine Lücke von 2.500 Euro, die durch andere Maßnahmen geschlossen werden muss.

Freiwillige Mehrbeiträge ins Versorgungswerk sind in den meisten Bundesländern möglich und steuerlich begünstigt. Sie erhöhen die spätere Rente proportional zu den zusätzlichen Einzahlungen. Alternativ können ETF-Sparpläne, Rürup-Renten oder Immobilien als ergänzende Altersvorsorge dienen.

Worauf Oberärzte besonders achten sollten

Wer häufig die Bundesländer wechselt, wechselt auch das zuständige Versorgungswerk. Die in einem Bundesland erworbenen Anwartschaften können in der Regel auf das neue Versorgungswerk übertragen werden (Freizügigkeit). Dieser Prozess sollte aktiv begleitet werden, damit keine Anwartschaften verloren gehen. Ärzteversichert unterstützt bei der Koordination zwischen verschiedenen Versorgungswerken.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Viele Oberärzte sind sich nicht bewusst, wie viel Rente sie tatsächlich erworben haben, weil sie die Leistungsmitteilung des Versorgungswerks nicht aktiv abfragen. Das führt dazu, dass Rentenlücken zu spät erkannt werden.

Fazit

Das Versorgungswerk ist die wichtigste Säule der ärztlichen Altersvorsorge und sollte auf Oberarzt-Ebene aktiv überwacht und optimiert werden. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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