Die Elternzeit lenkt den Fokus auf das Familienleben, macht aber auch deutlich, wie wichtig rechtliche Vorsorgedokumente sind. Eine Vorsorgevollmacht sichert die Handlungsfähigkeit der Familie, falls ein Elternteil plötzlich ausfällt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Vorsorgevollmacht ermächtigt eine Vertrauensperson, in Gesundheits- und Vermögensangelegenheiten zu handeln
  • In der Elternzeit mit kleinen Kindern ist die gegenseitige Absicherung der Partner besonders relevant
  • Ohne Vollmacht kann selbst der Ehepartner nicht eigenständig über Konten oder Immobilien verfügen

Vorsorgevollmacht in der Phase Elternzeit

Viele Paare gehen davon aus, dass der Ehepartner automatisch alle Entscheidungen treffen kann, wenn man selbst handlungsunfähig wird. Das ist ein weitverbreiteter Irrtum: Ohne eine explizite Vollmacht kann selbst ein Ehegatte keine rechtlich bindenden Entscheidungen für den Partner treffen, weder im Bereich der Gesundheitsversorgung noch beim Zugriff auf Bankkonten oder bei der Verwaltung von Immobilien.

In der Elternzeit mit einem Neugeborenen oder Kleinkind ist dieses Szenario besonders brisant. Wenn der verdienende Partner nach einem Unfall handlungsunfähig wird, braucht der zu Hause bleibende Elternteil sofortigen Zugang zu allen gemeinsamen Konten und die Möglichkeit, Entscheidungen über die Krankenhausbehandlung zu treffen. Ohne Vorsorgevollmacht muss dafür ein Betreuer vom Gericht bestellt werden, was Wochen dauern kann.

Die Vorsorgevollmacht sollte im Zuge der Elternzeit auch auf den Fall einer eigenen Erkrankung vorbereiten. Wer nach der Elternzeit wieder in den ärztlichen Beruf einsteigt und dabei erneut in einer physisch anstrengenden oder stressreichen Umgebung arbeitet, sollte sicherstellen, dass alle rechtlichen Dokumente aktuell sind.

Worauf Ärzte in Elternzeit besonders achten sollten

Neben der Vorsorgevollmacht sollten auch Patientenverfügung und Testament geprüft oder erstellt werden. Diese drei Dokumente bilden ein rechtliches Vorsorgepaket, das in der ruhigeren Phase der Elternzeit gut angegangen werden kann. Ärzteversichert empfiehlt, alle Vorsorgedokumente gemeinsam mit einem Notar und ggf. einem Rechtsanwalt zu erstellen.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein häufiger Fehler ist es, die Vollmacht handschriftlich und ohne rechtliche Beratung zu verfassen, was zu Formfehlern führen kann. Auch wird die Vollmacht oft nur für den Gesundheitsbereich erstellt, ohne Bankgeschäfte und Vermögensverwaltung einzubeziehen.

Fazit

Die Elternzeit ist ein guter Zeitpunkt, um die eigene rechtliche Vorsorge zu vervollständigen und die Familie umfassend abzusichern. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

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