Mit dem Übergang in den Ruhestand wird die rechtliche Vorsorge für Situationen wichtig, in denen man selbst nicht mehr handlungsfähig ist. Eine Vorsorgevollmacht gehört zu den wichtigsten Dokumenten, die Ärzte und ihre Partner in dieser Lebensphase vorbereiten sollten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ohne Vorsorgevollmacht kann im Ernstfall weder der Partner noch ein Kind rechtsgültig handeln, stattdessen wird ein gesetzlicher Betreuer bestellt.
  • Eine Vorsorgevollmacht sollte medizinische, finanzielle und persönliche Entscheidungen abdecken und möglichst notariell beglaubigt sein.
  • Ergänzend empfehlen sich eine Patientenverfügung und ein Testament, die gemeinsam ein vollständiges Vorsorgepaket bilden.

Vorsorgevollmacht in der Phase Praxisabgabe und Ruhestand

Eine Vorsorgevollmacht ist ein rechtliches Dokument, mit dem Sie einer Vertrauensperson das Recht einräumen, in Ihrem Namen zu handeln, wenn Sie dazu selbst nicht in der Lage sind, etwa durch schwere Krankheit, Unfall oder Demenz. Ohne diese Vollmacht ist selbst der Ehepartner nicht automatisch handlungsbefugt: Für Bankgeschäfte, Immobilienverwaltung und medizinische Entscheidungen wäre ein gerichtlich bestellter Betreuer notwendig, was zeitaufwendig und belastend für die Familie ist.

Im Zusammenhang mit der Praxisabgabe sollte die Vollmacht explizit auf die Abwicklung der Praxisübergabe ausgedehnt werden, solange dieser Prozess noch läuft. Dazu gehören Vollmachten für Vertragsabschlüsse, Bankgeschäfte im Zusammenhang mit dem Kaufpreis und behördliche Erledigungen bei der kassenärztlichen Vereinigung.

Für die persönliche Vorsorge im Alter ist außerdem eine Patientenverfügung unverzichtbar: Als Arzt kennen Sie die Konsequenzen von Maximaltherapien am Lebensende und können Ihre Wünsche präziser formulieren als Laien. Gepaart mit einer Vorsorgevollmacht, die eine Vertrauensperson ermächtigt, diese Wünsche durchzusetzen, bildet beides ein solides Schutzkonzept.

Worauf Ärzte in der Phase Praxisabgabe besonders achten sollten

Eine Vorsorgevollmacht sollte mindestens alle 10 Jahre aktualisiert werden, da sich Lebensumstände ändern und Bevollmächtigte möglicherweise selbst nicht mehr handlungsfähig sind. Ärzteversichert empfiehlt, den Abschluss oder die Aktualisierung einer Vorsorgevollmacht mit der Überprüfung des Versicherungsportfolios zu verbinden, da beide Maßnahmen Teil einer umfassenden Lebensabschnittsplanung sind.

Typische Fehler in dieser Karrierephase

Ein verbreiteter Fehler ist das jahrelange Aufschieben dieser Dokumentenerstellung, weil das Thema unangenehm ist. Ein zweiter Fehler ist die Erstellung einer Vollmacht ohne notarielle Beglaubigung oder Hinterlegung beim Zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer, was die Durchsetzbarkeit erheblich erschwert.

Fazit

Eine Vorsorgevollmacht ist im Ruhestand kein optionaler Luxus, sondern eine Pflicht gegenüber sich selbst und der Familie. Je früher die Erstellung, desto besser. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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