Die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) ist die wichtigste Absicherung für Ärzte neben der Krankenversicherung. Statistisch wird etwa jeder vierte Arzt im Laufe des Berufslebens berufsunfähig. Eine falsch dimensionierte oder schlecht formulierte BU-Police kann im Leistungsfall zu erheblichen Problemen führen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine BU-Versicherung für Ärzte sollte mindestens 60 Prozent des Nettoeinkommens absichern
- Die abstrakte Verweisung muss ausgeschlossen sein: Bei Berufsunfähigkeit zahlt eine gute Police, ohne auf andere Ärzte-Tätigkeiten zu verweisen
- Der Abschluss sollte so früh wie möglich erfolgen, da Vorerkrankungen zu Ausschlüssen oder Risikozuschlägen führen
Grundlagen: BU-Versicherung für Ärzte
Berufsunfähigkeit bedeutet, dass ein Arzt seinen zuletzt ausgeübten Beruf für mindestens sechs Monate zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann. Die Ursachen für Berufsunfähigkeit bei Ärzten sind vielfältig: Erkrankungen des Bewegungsapparats, psychische Erkrankungen (Burnout, Depressionen), Suchterkrankungen und Infektionskrankheiten (z.B. Hepatitis durch Nadelstichverletzungen) sind die häufigsten Auslöser.
Das Versorgungswerk zahlt bei Berufsunfähigkeit eine Invalidenrente, die jedoch in vielen Fällen nicht ausreicht, um den Lebensstandard des Arztes zu erhalten. Die Invalidenrente des Versorgungswerks liegt typischerweise deutlich unter dem letzten Arbeitseinkommen, was eine ergänzende private BU-Versicherung unverzichtbar macht.
Schritt für Schritt: Richtige BU-Versicherung wählen
Im ersten Schritt werden die persönlichen Anforderungen an die BU-Versicherung definiert: Wie hoch soll die monatliche Rente sein? Bis wann soll die Versicherung laufen (mindestens bis zum 67. Lebensjahr)? Welche Vorerkrankungen müssen angegeben werden?
Im zweiten Schritt werden die Vertragsbedingungen geprüft. Entscheidende Klauseln sind: Verzicht auf abstrakte Verweisung, Definition von Berufsunfähigkeit (50-Prozent-Klausel), Rückwirkende Leistung ab Beginn der Berufsunfähigkeit, Nachversicherungsgarantie ohne erneute Gesundheitsprüfung bei bestimmten Lebensereignissen, und Dynamik zur Anpassung der Rente an die Inflation.
Im dritten Schritt wird der Antrag gestellt. Die Gesundheitsfragen im BU-Antrag müssen vollständig und wahrheitsgemäß beantwortet werden. Unvollständige Angaben können im Leistungsfall zur Anfechtung des Vertrags führen.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Der häufigste Fehler ist ein zu niedriger Absicherungsbetrag. Viele Ärzte versichern nur 1.500 bis 2.000 Euro monatlich, obwohl ihr Nettoeinkommen ein Mehrfaches davon beträgt. Im Berufsunfähigkeitsfall müssen nicht nur der Lebensunterhalt, sondern auch laufende Praxiskosten (bei Niedergelassenen) und Kreditraten gedeckt werden.
Ärzteversichert ist auf BU-Versicherungen für Mediziner spezialisiert und vergleicht alle relevanten Anbieter anhand der für Ärzte entscheidenden Kriterien. Dabei werden auch Sonderrisiken des Fachgebiets berücksichtigt, z.B. das erhöhte Infektionsrisiko in der Chirurgie oder das Burnout-Risiko in der Psychiatrie.
Fazit
Die BU-Versicherung ist für Ärzte keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Ein qualitativ hochwertiger Vertrag mit ausreichender Rentenhöhe ist die wichtigste Investition in die eigene finanzielle Sicherheit. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Berufsunfähigkeitsversicherung
- Bundesärztekammer – Versorgungswerk und Berufsunfähigkeit
- Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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