Das elektronische Rezept (E-Rezept) ist seit Anfang 2024 für alle Vertragsarztpraxen verpflichtend. Es ersetzt den bisherigen rosa Kassenzettel vollständig. Dieser Leitfaden erklärt, wie das E-Rezept im Praxisalltag funktioniert.
Grundlagen
Das E-Rezept basiert auf der Telematikinfrastruktur (TI) und wird über das Praxisverwaltungssystem (PVS) erstellt. Jedes E-Rezept wird mit einer qualifizierten elektronischen Signatur (QES) des Heilberufsausweises (HBA) versehen.
Bestandteile des E-Rezepts:
- Digitaler Datensatz auf dem Fachdienst E-Rezept der gematik
- Optionaler Ausdruck als QR-Code (für Apotheken ohne App)
- Zustellwege: App, eGK oder Ausdruck
Wer darf E-Rezepte ausstellen:
- Alle Vertragsärzte und Vertragszahnärzte
- Krankenhäuser im Rahmen der ambulanten Versorgung
Wichtige Ausnahmen (weiterhin Papier möglich, Stand 2026):
- Betäubungsmittelrezepte (BTM)
- Rezeptpflichtige Präparate außerhalb der GKV-Erstattung
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
Schritt 1: Technische Voraussetzungen sicherstellen
Sie benötigen einen TI-Konnektor, einen gültigen HBA für die QES und ein aktuelles PVS mit E-Rezept-Modul.
Schritt 2: HBA-Signatur-Workflow einrichten
Konfigurieren Sie Ihr PVS für die Signatur mit dem HBA. Es gibt den Komfort-Signatur-Modus (mehrere Rezepte auf einmal signieren) und die Einzelsignatur. Der Komfort-Modus ist für den Praxisalltag empfehlenswert.
Schritt 3: Patienten informieren
Informieren Sie Ihre Patienten über die Möglichkeiten: E-Rezept per App, per eGK oder als Ausdruck. Die App-Nutzung ist für Patienten freiwillig.
Schritt 4: Ausdrucke für Patienten ohne App vorbereiten
Viele Patienten nutzen keine E-Rezept-App. Halten Sie ausreichend QR-Code-Ausdrucke bereit. Der Ausdruck enthält den QR-Code, der in der Apotheke eingescannt wird.
Schritt 5: Fehlerquellen kennen
Häufige Probleme: HBA läuft ab, Konnektor nicht erreichbar, PVS-Update fehlt. Etablieren Sie einen Notfallprozess für Systemausfälle.
Schritt 6: Datenschutz sicherstellen
E-Rezept-Daten werden verschlüsselt gespeichert. Nur berechtigte Personen (Arzt, Patient, Apotheke) dürfen auf die Daten zugreifen. Klären Sie Zugriffsrechte im Team.
Häufige Fehler vermeiden
HBA nicht griffbereit: Ohne HBA können keine E-Rezepte signiert werden. Wenn der HBA-Träger nicht in der Praxis ist, entstehen Verzögerungen.
Keine Notfallstrategie: Was passiert, wenn der Konnektor ausfällt? Halten Sie ein Notfallkonzept bereit.
Patienten nicht ausreichend informiert: Patienten, die nicht wissen, wie sie das E-Rezept verwenden sollen, verursachen unnötige Rückfragen in der Apotheke.
BTM-Rezepte verwechselt: Betäubungsmittelrezepte müssen weiterhin auf Papier ausgestellt werden. Verwechslungen sind ein ernstes Problem.
Fazit
Das E-Rezept ist im Praxisalltag gut handhabbar, wenn die technischen Voraussetzungen stimmen und Mitarbeiter gut geschult sind. Wenn Sie Fragen zu IT-Risiken oder Cyberversicherung für Ihre Praxis haben, hilft Ihnen Ärzteversichert weiter.
Quellen:
- gematik: E-Rezept
- KBV: E-Rezept für Praxen
- Bundesgesundheitsministerium: Digitalisierung im Gesundheitswesen
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