Die Abrechnung nach dem Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) ist für viele Praxen eine der komplexesten betriebswirtschaftlichen Aufgaben. Fehler oder Wissenslücken können über Jahre zu erheblichen Einnahmeverlusten führen.

Grundlagen

Der EBM ist der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung für ambulante ärztliche Leistungen. Er wird vom Bewertungsausschuss, dem gemeinsamen Gremium von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und GKV-Spitzenverband, festgesetzt.

Leistungen werden in Punkten bewertet. Der Punktwert wird quartalsweise durch das Honorarvolumen und die Gesamtpunktzahl aller abgerechneten Leistungen im jeweiligen Bezirk bestimmt (morbiditätsorientierter Gesamtvergütung).

Wichtige Abrechnungsbereiche im EBM:

  • Grundpauschalen (einmal je Quartal und Patient)
  • Chroniker-Zuschlag
  • Behandlungskomplexe
  • Präventionsleistungen
  • Hausärztliche Versorgungszuschläge
  • Chronikerpauschalen (Kapitel 13 für Fachärzte)

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

Schritt 1: Eigene Abrechnungsquotienten analysieren

Ihre KV stellt Ihnen regelmäßig Abrechnungsstatistiken zur Verfügung. Vergleichen Sie Ihre Kennzahlen mit dem Fachgruppendurchschnitt. Deutliche Abweichungen nach unten deuten auf Optimierungspotenzial hin.

Schritt 2: EBM-Handbuch aktuell halten

Der EBM wird regelmäßig angepasst. Halten Sie die aktuelle Version und abonnieren Sie die Informationsdienste der KBV und Ihrer KV.

Schritt 3: Präventions- und Chroniker-Leistungen konsequent abrechnen

Präventive Leistungen (Impfberatung, Gesundheitsuntersuchung) und Chroniker-Zuschläge werden von vielen Praxen nicht konsequent abgerechnet, obwohl die Voraussetzungen regelmäßig vorliegen.

Schritt 4: Dokumentation und Abrechnung koordinieren

Eine vollständige, korrekte Dokumentation ist Voraussetzung für eine stichhaltige Abrechnung. Stellen Sie sicher, dass alle erbrachten Leistungen zeitnah dokumentiert und abgerechnet werden.

Schritt 5: Plausibilitätsprüfungen der KV berücksichtigen

Ihre KV führt Plausibilitätsprüfungen durch. Kennen Sie die Richtwerte für Ihre Fachgruppe und stellen Sie sicher, dass Ihre Abrechnungsmuster plausibel begründet sind.

Schritt 6: Abrechnungsfortbildung nutzen

KVen bieten regelmäßige Abrechnungsfortbildungen an. Nutzen Sie diese oder beauftragen Sie einen Abrechnungsdienstleister für eine Analyse Ihrer Praxis.

Häufige Fehler vermeiden

Grundpauschalen nicht vollständig abgerechnet: Prüfen Sie, ob alle Grundpauschalen korrekt abgerechnet werden, insbesondere bei Patienten, die von einem Arzt zur anderen überwiesen werden.

Zeitbedingte Zuschläge vergessen: Leistungen zu besonderen Zeiten (Wochenenddienste, Nachtdienste) sind oft höher vergütet. Vergessen Sie diese Zuschläge nicht.

Korrekte ICD-Codierung vernachlässigt: Die ICD-Codierung beeinflusst die Morbiditätskategorisierung und damit das Honorar. Codieren Sie vollständig und korrekt.

Keine Überprüfung der Abrechnungssoftware: Veraltete oder fehlerhaft konfigurierte Abrechnungssoftware produziert Fehler. Führen Sie regelmäßige Updates durch.

Fazit

Eine optimierte EBM-Abrechnung kann das Praxishonorar spürbar steigern. Nutzen Sie die Beratungsangebote Ihrer KV und regelmäßige Fortbildungen. Wenn Sie Fragen zu Ihrer Praxisabsicherung haben, steht Ärzteversichert als Ansprechpartner zur Verfügung.

Quellen:

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