Wer in Immobilien investieren will, ohne selbst zum Vermieter zu werden, hat mit Immobilienfonds eine interessante Alternative. Die Produktlandschaft ist jedoch komplex und die Risiken unterscheiden sich stark je nach Fondsart.

Grundlagen

Offene Immobilienfonds: Investieren in ein diversifiziertes Portfolio aus Gewerbeimmobilien (Büros, Hotels, Logistik). Die Anteile können täglich an der Börse oder über die Fondsgesellschaft ge- und verkauft werden. Mindesthaltefristen und Rückgabefristen gelten seit 2013 (12 Monate Haltepflicht, 24 Monate Kündigungsfrist).

Geschlossene Immobilienfonds: Investieren in einzelne oder wenige Objekte. Das Kapital ist für die Laufzeit (oft 10 bis 20 Jahre) gebunden. Höhere Renditechancen, aber auch höhere Risiken und Illiquidität.

REITs (Real Estate Investment Trusts): Börsengehandelte Immobiliengesellschaften. In Deutschland als G-REITs zugelassen. Hohe Liquidität, transparente Bewertung, Ausschüttungspflicht von mindestens 90 Prozent des Gewinns.

Steuerliche Aspekte: Erträge aus Immobilienfonds werden nach dem Investmentsteuergesetz (InvStG) besteuert. Bei Direktinvestments in REITs gilt die Abgeltungsteuer.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

Schritt 1: Anlageziel definieren

Wollen Sie regelmäßige Ausschüttungen oder langfristiges Wachstum? Wie wichtig ist Liquidität?

Schritt 2: Fondstyp wählen

Offene Immobilienfonds für stabile, liquide Anlage. REITs für Börsennotierung und höhere Ausschüttungen. Geschlossene Fonds nur für erfahrene Anleger mit klarem Risikoverständnis.

Schritt 3: Fondsqualität prüfen

Für offene Immobilienfonds prüfen Sie: Fondsgröße, Diversifikation des Portfolios, historische Rendite, Leerstandsquote, Qualität der Fondsmanager. Rating-Agenturen und Analysen helfen bei der Einschätzung.

Schritt 4: Kosten vergleichen

Ausgabeaufschläge, Verwaltungsgebühren (laufende Kosten) und Performance-Gebühren schmälern die Rendite erheblich. Direkterwerb an der Börse (über die Fondsbörse) ist oft günstiger als über die KAG.

Schritt 5: Steuerliche Handhabung klären

Klären Sie mit Ihrem Steuerberater, wie Fondserträge in Ihrer persönlichen Steuersituation behandelt werden.

Schritt 6: Portfolioanteil begrenzen

Immobilienfonds sollten Teil eines diversifizierten Gesamtportfolios sein. Ein Anteil von 10 bis 20 Prozent ist für die meisten Anleger sinnvoll.

Häufige Fehler vermeiden

Liquiditätsillusion bei offenen Fonds: Offene Immobilienfonds sind nicht täglich rückgebbar. Die Mindesthaltefristen müssen beachtet werden.

Geschlossene Fonds ohne ausreichende Prüfung: Geschlossene Fonds sind hochkomplex. Lesen Sie den Verkaufsprospekt vollständig und lassen Sie sich beraten.

Kosten unterschätzt: Hohe Gebühren fressen die Rendite. Vergleichen Sie immer alle Kostenebenen.

Klumpenrisiko: Wer ausschließlich in Immobilienfonds mit Schwerpunkt Büros investiert, hat ein Klumpenrisiko gegenüber Homeoffice-Trends.

Fazit

Immobilienfonds sind für Ärzte eine bequeme Möglichkeit zur indirekten Immobilienanlage. Wählen Sie Fondstyp und Produkt sorgfältig aus. Für eine koordinierte Vermögensstrategie stehen die Berater von Ärzteversichert zur Verfügung.

Quellen:

Blog-Übersicht

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →