Die Niederlassung als Fachärztin oder Facharzt ist ein bedeutsamer Karriereschritt, der sich grundlegend von einer Hausarztpraxis unterscheidet. Fachspezifische Zulassungsbedingungen, besondere apparative Anforderungen und eine unterschiedliche Patientenstruktur machen eine sorgfältige Planung unerlässlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Viele fachärztliche Versorgungsbereiche sind überversorgt, sodass neue Zulassungen kaum möglich sind
  • Praxisübernahme oder Jobsharing sind häufig die einzig realistischen Wege zur Niederlassung
  • Apparativer Aufwand und Investitionskosten variieren stark nach Fachrichtung

Grundlagen: Fachspezifische Besonderheiten bei der Niederlassung

Die Bedarfsplanung der Kassenärztlichen Vereinigungen unterscheidet zwischen Haus- und Fachärztebereichen. Viele fachärztliche Bereiche wie Radiologie, Gynäkologie oder Innere Medizin sind in städtischen Regionen überversorgt, was Neuzulassungen praktisch unmöglich macht. Neue Facharztsitze entstehen nur noch durch Zulassungserweiterungen bei Unterversorgung oder durch Sonderregelungen.

Praxisübernahmen sind daher der häufigste Weg in die fachärztliche Niederlassung. Der Kaufpreis eines Facharztsitzes kann je nach Fachrichtung und Standort zwischen 50.000 und mehreren Hunderttausend Euro liegen. Bei der Bewertung spielen Umsatz, Patientenstamm, Ausstattung und Lage eine Rolle.

Der apparative Aufwand ist in vielen Fachrichtungen erheblich: Ein Radiologe braucht MRT und CT, ein Kardiologe ein Herzkatheterlabor, ein Augenarzt spezifische Diagnostikgeräte. Diese Investitionen erhöhen den Finanzierungsbedarf und damit das wirtschaftliche Risiko erheblich.

Schritt für Schritt: Fachärztliche Niederlassung planen

Schritt 1: Bedarfsplanung analysieren. Informieren Sie sich bei der KV über die Versorgungssituation in Ihrem Fachgebiet und Ihrer Wunschregion.

Schritt 2: Praxissuche strukturiert angehen. Nutzen Sie die KV-Stellenbörse, Makler für Arztpraxen und persönliche Netzwerke, um potenzielle Übernahmeobjekte zu identifizieren.

Schritt 3: Praxis bewerten lassen. Beauftragen Sie einen unabhängigen Gutachter mit der Bewertung der Praxis, bevor Sie in Kaufpreisverhandlungen eintreten.

Schritt 4: Investitionen und Finanzierung planen. Stellen Sie den Finanzierungsbedarf für Kaufpreis und Ausstattung zusammen und vergleichen Sie Finanzierungsangebote.

Schritt 5: Fachspezifische Versicherungen abschließen. Berufshaftpflicht und Praxisinhaltsversicherung müssen die spezifischen Risiken und den Gerätewert Ihres Fachgebiets abdecken.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Ein häufiger Fehler ist die unzureichende Due-Diligence bei der Praxisübernahme. Wichtige Prüfpunkte sind die Qualität des Patientenstamms, laufende Verträge, ausstehende Verbindlichkeiten und der tatsächliche Zustand der Ausstattung.

Ärzteversichert unterstützt Fachärzte bei der Absicherung ihres Niederlassungsprojekts, von der Berufsunfähigkeitsversicherung bis zur Berufshaftpflicht, die fachspezifische Risiken optimal abdeckt.

Fazit

Die fachärztliche Niederlassung erfordert intensive Planung, bietet aber langfristig große Chancen für Karriere und Einkommensentwicklung. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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