Die Entscheidung zur Niederlassung ist für niedergelassene Ärzte einer der bedeutendsten Schritte der ärztlichen Karriere. Sie verbindet Berufung mit unternehmerischer Verantwortung und erfordert eine sorgfältige Vorbereitung.
Grundlagen
Die Niederlassung als Vertragsarzt erfordert:
- Zulassung als Vertragsarzt: Die Niederlassung setzt eine Zulassung durch den Zulassungsausschuss der KV voraus. In gesperrten Planungsbereichen kann nur durch Nachfolge oder Ausnahmetatbestände eine Zulassung erlangt werden.
- Praxisform wählen: Einzelpraxis, Berufsausübungsgemeinschaft (BAG), MVZ oder Zweigpraxis bieten unterschiedliche Vor- und Nachteile.
- Finanzierung sichern: Die Praxisgründung oder -übernahme erfordert in der Regel eine Bankfinanzierung.
- Versicherungsschutz aufbauen: Praxisinhaber sollten bei Erweiterungen den Versicherungsschutz prüfen, da neue Standorte und Kooperationen neue Risiken erzeugen.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
Schritt 1: Bedarfsplanung prüfen
Informieren Sie sich bei Ihrer KV, ob ein offener Planungsbereich für Ihre Fachgruppe in Ihrer Wunschregion besteht.
Schritt 2: Praxisform festlegen
Entscheiden Sie, ob Sie eine Einzelpraxis gründen, eine bestehende Praxis übernehmen oder in eine Gemeinschaft eintreten wollen.
Schritt 3: Finanzierungsplan erstellen
Erstellen Sie einen Businessplan mit Investitionsbedarf, laufenden Kosten und Einnahmenprognose.
Schritt 4: Zulassungsantrag stellen
Bereiten Sie alle Unterlagen für den Zulassungsausschuss vor: Approbation, Facharzturkunde, Führungszeugnis und Berufshaftpflichtnachweis.
Schritt 5: Praxis einrichten und Personal einstellen
Klären Sie Mietvertrag, Praxissoftware und Laborbedarf. Stellen Sie qualifiziertes Personal ein.
Schritt 6: Laufende Betriebsabläufe optimieren
Etablieren Sie von Beginn an funktionierende QM-Prozesse, Abrechnungsabläufe und Kommunikationsregeln.
Häufige Fehler vermeiden
Fehler 1: Zu optimistische Einnahmenplanung
Gerade in den ersten Quartalen liegen Einnahmen oft unter den Erwartungen. Planen Sie einen finanziellen Puffer ein.
Fehler 2: Versicherungsschutz nicht angepasst
Nach der Niederlassung ändern sich Haftungsrisiken erheblich. Passen Sie Berufshaftpflicht und Praxisversicherungen an.
Fehler 3: Steuerliche Planung vernachlässigt
Holen Sie frühzeitig einen auf Heilberufe spezialisierten Steuerberater ins Boot.
Fazit
Die Niederlassung ist ein lohnenswerter Schritt mit hoher Eigenverantwortung. Niedergelassene Ärzte sollten die Vorbereitung strukturiert und mit professioneller Unterstützung angehen. Das Team von Ärzteversichert begleitet Sie bei der Auswahl des richtigen Versicherungsschutzes für Ihre neue Praxis.
Quellen:
- KBV: Niederlassung und Zulassung
- Bundesärztekammer: Praxisgründung
- Deutsche Apotheker- und Ärztebank: Praxisfinanzierung
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