Die Ruhestandsplanung erscheint für Assistenzärzte weit entfernt, ist aber gerade in dieser Phase am wirkungsvollsten. Wer in der Assistenzarztzeit mit dem Aufbau der Altersvorsorge beginnt, profitiert jahrzehntelang vom Zinseszinseffekt und sichert sich günstige Konditionen.
Das Wichtigste in Kürze
- Je früher mit der Altersvorsorge begonnen wird, desto geringer die notwendigen monatlichen Beiträge
- Das Versorgungswerk bildet die Basis, deckt aber allein nicht ausreichend ab
- Kleine monatliche Beträge in ETFs oder Rürup-Rente bauen über Jahrzehnte erhebliches Vermögen auf
Grundlagen: Altersvorsorge in der Assistenzarztzeit
Assistenzärzte sind Pflichtmitglied im ärztlichen Versorgungswerk ihrer Kammer. Die Beiträge werden auf Basis des beitragspflichtigen Einkommens berechnet. In der Assistenzarztzeit sind die Einkommen und damit die Beiträge noch vergleichsweise niedrig, was bedeutet, dass die aufgebauten Rentenansprüche in dieser Phase begrenzt sind.
Der Vorteil des frühen Beginns liegt im Zinseszinseffekt: Wer mit 28 Jahren 200 Euro monatlich anlegt, hat bei einer angenommenen Rendite von sechs Prozent bis zum Rentenalter mit 67 Jahren deutlich mehr Kapital als jemand, der erst mit 38 Jahren mit dem gleichen Betrag beginnt. Die Differenz beläuft sich auf mehrere hunderttausend Euro.
Für Assistenzärzte empfiehlt sich eine Kombination aus Versorgungswerk (Pflicht), privater Rentenversicherung oder Rürup-Rente (steuerlich begünstigt) und einem ETF-Sparplan (flexibel und renditestark). Selbst mit kleinen Beträgen von 50 bis 100 Euro monatlich lässt sich in dieser Phase ein solides Fundament legen.
Schritt für Schritt: Ruhestandsvorsorge als Assistenzarzt starten
Schritt 1: Versorgungswerk-Beiträge verstehen. Informieren Sie sich, wie hoch Ihre monatlichen Beiträge zum Versorgungswerk sind und welche Rentenansprüche Sie damit aufbauen.
Schritt 2: Kleinstbeträge in einen ETF-Sparplan investieren. Eröffnen Sie ein kostengünstiges Depot bei einem Neobroker und richten Sie einen monatlichen Sparplan auf einen breit gestreuten Welt-ETF ein.
Schritt 3: BU-Versicherung abschließen. Die Berufsunfähigkeitsversicherung schützt die Arbeitskraft und damit auch die künftige Altersvorsorge. In jungen Jahren sind die Prämien am niedrigsten.
Schritt 4: Langfristige Ziele definieren. Überlegen Sie, welches monatliche Nettoeinkommen Sie im Ruhestand anstreben, und berechnen Sie, wie viel Kapital Sie dafür bis zum Renteneintritt aufgebaut haben müssen.
Schritt 5: Beratung in Anspruch nehmen. Lassen Sie sich einmal professionell beraten, welche Kombination aus Versorgungswerk, privater Vorsorge und Kapitalmarkt für Ihre Situation optimal ist.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Ein typischer Fehler ist das Aufschieben der Altersvorsorge auf die Zeit nach der Facharztanerkennung "wenn mehr Geld da ist". Wer wartet, verliert genau die wertvollsten Jahre des Zinseszinseffekts und muss später deutlich mehr sparen.
Ärzteversichert bietet Assistenzärzten eine unkomplizierte Erstberatung zur Altersvorsorge. Wir erklären, welche Produkte zu welchem Budget passen und wie Versorgungswerk und private Vorsorge optimal zusammenwirken.
Fazit
Frühzeitiger Start mit kleinen Beträgen schlägt späten Start mit großen Beträgen in der Altersvorsorge. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesärztekammer – Versorgungswerk
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Altersvorsorge
- GDV – Private Altersvorsorge
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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