Der Schritt vom Assistenzarzt zum Oberarzt ist nicht nur ein Karrieresprung, sondern oft auch ein erheblicher Einkommenssprung. Dieser Vertiefungsteil erklärt, wie Oberärzte ihre neue finanzielle Situation optimal nutzen.

Grundlagen

Als Oberarzt in einem Krankenhaus gelten in der Regel folgende finanzielle Rahmenbedingungen:

  • Gehaltsstruktur nach TV-Ärzte: Oberärzte der kommunalen Krankenhäuser werden nach TV-Ärzte-VKA oder TV-Ärzte-Marburger Bund entlohnt. Eingruppierung und Stufenaufstieg hängen von Berufserfahrung und Fachgebiet ab.
  • Zulagen und Sondervergütungen: Bereitschaftsdienste, Rufbereitschaft und Schichtarbeit werden zusätzlich vergütet. Bei Privatpatienten-Liquidation entstehen zusätzliche Einkünfte.
  • Versorgungswerk: Beiträge werden automatisch abgeführt. Die Versorgungswerksrente sollte durch private Altersvorsorge ergänzt werden.
  • PKV-Optimierung: Als gut verdienender Angestellter in der PKV können Wahltarife und Selbstbehalt-Optionen die Prämien optimieren.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

Schritt 1: Ist-Analyse der Finanzsituation

Erstellen Sie eine Übersicht über Einkommen, laufende Ausgaben und bestehende Vermögenswerte. Definieren Sie finanzielle Ziele für die nächsten 10 Jahre.

Schritt 2: Altersvorsorge überprüfen

Prüfen Sie, ob Ihre bisherige Altersvorsorge dem gestiegenen Einkommensniveau entspricht. Erhöhen Sie Rürup-Beiträge oder richten Sie einen ETF-Sparplan ein.

Schritt 3: BU-Versicherung anpassen

Die versicherte BU-Rente sollte mit dem gestiegenen Einkommen Schritt halten. Prüfen Sie Nachversicherungsoptionen in Ihrer bestehenden Police.

Schritt 4: Notgroschen und Liquiditätsreserve aufbauen

Bauen Sie drei bis sechs Monatsgehälter als Puffer auf, bevor Sie langfristig investieren.

Schritt 5: Investitionsstrategie festlegen

Beginnen Sie mit einem breit diversifizierten ETF-Sparplan. Immobilien können ergänzend sinnvoll sein, wenn die Finanzierungskosten vertretbar sind.

Schritt 6: Steueroptimierung nutzen

Als Oberarzt mit Liquidationsrecht oder Nebentätigkeiten entstehen steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten. Konsultieren Sie einen Steuerberater.

Häufige Fehler vermeiden

Fehler 1: Lifestyle-Inflation

Viele Ärzte erhöhen mit dem Einkommen auch die Ausgaben proportional. Behalten Sie einen hohen Sparanteil.

Fehler 2: BU-Versicherung nicht erhöht

Eine BU-Police aus der Assistenzarztzeit deckt möglicherweise das Oberarztgehalt nicht mehr ab.

Fehler 3: Investitionen aufgeschoben

"Ich fange nächstes Jahr an" kostet bei einem 35-jährigen Oberarzt leicht fünf- bis sechsstellige Beträge an Rendite.

Fazit

Die Oberarztzeit ist finanziell eine der wichtigsten Phasen im Ärztleben. Wer jetzt die Grundlagen legt, profitiert Jahrzehnte davon. Das Team von Ärzteversichert unterstützt Sie bei der optimalen Versicherungs- und Vorsorgestrategie.

Quellen:

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