Assistenzärzte stehen am Beginn ihres Berufslebens und haben häufig noch keine systematische Vorsorge aufgebaut. Gerade in dieser Phase lohnt es sich besonders, die richtigen Weichen zu stellen, denn Versicherungen und Altersvorsorge sind in jungen Jahren günstiger und Fehler teuer zu korrigieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte so früh wie möglich abgeschlossen werden, am besten noch im Studium oder kurz danach
- Die PKV bietet Assistenzärzten mit dem Arbeitgeberzuschuss attraktive Konditionen
- Das ärztliche Versorgungswerk übernimmt als Pflichtversorgung die Funktion der gesetzlichen Rentenversicherung
Grundlagen: Vorsorgebedarf von Assistenzärzten
Assistenzärzte sind in der Regel angestellt und haben im Vergleich zu Niedergelassenen und Chefärzten ein moderates Einkommen. Dennoch sind die Risiken, gegen die sie sich absichern müssen, identisch: Berufsunfähigkeit, Krankheit, Haftung und fehlende Altersvorsorge. Der entscheidende Unterschied ist der Zeitpunkt: Wer früh handelt, profitiert von günstigeren Beiträgen, einer besseren Gesundheitssituation und einem längeren Anlagehorizont.
Die häufigste Fehlentscheidung von Assistenzärzten ist das Aufschieben von Versicherungsabschlüssen mit der Begründung, das Gehalt sei noch zu niedrig. Tatsächlich ist der ideale Zeitpunkt für eine BU-Versicherung kurz nach Approbation, da in diesem Alter kaum Vorerkrankungen vorliegen und die Beiträge entsprechend niedrig sind. Eine BU-Rente von 2.000 Euro monatlich kostet einen 30-jährigen Arzt ohne Vorerkrankungen deutlich weniger als einen 40-jährigen mit einem zurückliegenden Bandscheibenvorfall.
Schritt für Schritt: Absicherung als Assistenzarzt aufbauen
Im ersten Schritt wird die Berufshaftpflicht geprüft. Als Angestellter ist der Assistenzarzt durch die Trägerversicherung des Krankenhauses abgesichert, aber nur für Tätigkeiten im Dienstbereich. Eigene Nebentätigkeiten oder Gutachten erfordern eine eigene Police.
Im zweiten Schritt wird die BU-Versicherung abgeschlossen. Entscheidend ist die Klausel zur "konkreten und abstrakten Verweisung": Gute Verträge verzichten auf die abstrakte Verweisung und stellen auf die zuletzt ausgeübte ärztliche Tätigkeit ab. Eine BU-Rente sollte mindestens 60 bis 70 Prozent des Nettoeinkommens abdecken.
Im dritten Schritt werden Altersvorsorge und Krankenversicherung optimiert. Assistenzärzte können über die PKV mit Arbeitgeberzuschuss günstiger versichert sein als in der GKV. Das Versorgungswerk sollte als Pflichtbaustein verstanden werden, ergänzt durch freiwillige Mehrbeiträge oder einen ETF-Sparplan.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Ein klassischer Fehler ist der Abschluss einer günstigen, aber leistungsschwachen BU-Versicherung, die bei Berufsunfähigkeit aufgrund der abstrakten Verweisung keine Leistungen erbringt. Ein weiterer Fehler ist es, als Assistenzarzt in der GKV zu bleiben, obwohl die PKV aufgrund des Arbeitgeberzuschusses häufig günstiger ist und bessere Leistungen bietet.
Ärzteversichert begleitet Assistenzärzte von Beginn an und hilft, mit kleinem Budget die wichtigsten Weichen richtig zu stellen. Als spezialisierter Makler für Mediziner kennen wir die typischen Bedarfe und Fallstricke in jeder Karrierephase.
Fazit
Assistenzärzte, die früh in Versicherung und Altersvorsorge investieren, legen den Grundstein für finanzielle Stabilität in allen späteren Karrierephasen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen – Versorgungswerk
- PKV-Verband – Krankenversicherung für junge Ärzte
- GDV – Berufsunfähigkeitsversicherung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →