Chefärztinnen und Chefärzte vereinen leitende Funktionen im Krankenhaus mit einer besonderen persönlichen Haftungsexposition und einem überdurchschnittlichen Einkommensniveau. Eine maßgeschneiderte Absicherungsstrategie schützt dieses Einkommensniveau und sichert den Vermögensaufbau langfristig ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Chefärzte haften persönlich für Behandlungsfehler bei Wahlleistungspatienten, da sie als persönliche Leistungserbringer in Erscheinung treten
- Das Liquidationsrecht erfordert eine eigene Berufshaftpflichtversicherung, die über die Krankenhausdeckung hinausgeht
- Das hohe Einkommensniveau erfordert angepasste BU-Renten und Altersvorsorgebausteine
Grundlagen: Besonderheiten der Chefarztposition
Die Chefarztposition verbindet leitende Managementaufgaben mit einer unmittelbaren medizinischen Verantwortung, die über die eines angestellten Arztes hinausgeht. Chefärzte mit Liquidationsrecht behandeln Wahlleistungspatienten auf eigene Rechnung und sind in diesem Bereich persönlich haftpflichtig, auch wenn das Krankenhaus als Träger die Infrastruktur stellt. Die Krankenhausträger-Haftpflicht deckt diese persönliche Liquidation in der Regel nicht oder nur eingeschränkt ab.
Das Liquidationseinkommen kann erheblich sein und liegt bei Chefärzten in großen Häusern nicht selten bei 100.000 Euro und mehr pro Jahr. Dieses Einkommensniveau muss bei der BU-Absicherung und der privaten Altersvorsorge berücksichtigt werden, da das Versorgungswerk allein in der Regel keine ausreichende Altersversorgung in dieser Einkommensklasse bietet.
Schritt für Schritt: Absicherung für Chefärzte strukturieren
Im ersten Schritt wird die persönliche Berufshaftpflicht für die Wahlleistungstätigkeit abgeschlossen oder auf ausreichende Deckungssummen geprüft. In operativen Fächern wie der Chirurgie oder Geburtshilfe sind Deckungssummen von mindestens fünf Millionen Euro je Schadensfall empfehlenswert.
Im zweiten Schritt werden BU-Rente und private Altersvorsorge auf das Gesamteinkommen aus Grundgehalt und Liquidation ausgerichtet. Da das Liquidationseinkommen variabel ist, sollte die Planung konservativ auf Basis des gesicherten Grundgehalts erfolgen und Liquidationseinnahmen als Puffer behandelt werden.
Im dritten Schritt wird eine D&O-Versicherung (Directors and Officers) geprüft, die Chefärzte in ihrer Eigenschaft als leitende Funktionsträger vor Haftungsansprüchen aus Managemententscheidungen schützt.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Ein verbreiteter Irrtum ist die Annahme, dass die Krankenhausversicherung alle Aktivitäten des Chefarztes abdeckt. Tatsächlich gilt die Trägerversicherung nur für Leistungen im Rahmen des Regelbetriebs. Die persönliche Wahlleistungstätigkeit und alle Aktivitäten außerhalb des Dienstbetriebs fallen heraus.
Ärzteversichert hat langjährige Erfahrung mit der Absicherung von Chefärzten und weiß, welche Versicherungsbausteine wirklich notwendig sind. Wir analysieren den bestehenden Schutz vollständig und schließen Lücken gezielt, ohne unnötige Doppelversicherungen.
Fazit
Chefärzte tragen große Verantwortung und haben besondere Absicherungsbedürfnisse, die über den Standard angestellter Ärzte hinausgehen. Eine frühzeitige und fachkundige Planung sichert das hohe Einkommensniveau und schützt das aufgebaute Vermögen dauerhaft. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- GDV – Berufshaftpflichtversicherung für Mediziner
- Bundesärztekammer – Chefarzt und Wahlleistungen
- PKV-Verband – Wahlleistungsabrechnung
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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