Die Gründung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) ist ein komplexes Projekt, das rechtliche, finanzielle und organisatorische Expertise erfordert. Im Gegensatz zur Einzelpraxis ermöglicht ein MVZ die Integration mehrerer Fachrichtungen unter einem Dach und bietet Synergien bei Infrastruktur, Personal und Abrechnung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die GmbH ist die häufigste und empfohlene Rechtsform für ein MVZ
  • Zulassungsberechtigt sind Vertragsärzte, Krankenhäuser und gemeinnützige Träger
  • Die Finanzierung eines MVZ ist komplexer als bei einer Einzelpraxis und erfordert spezialisierte Beratung

Grundlagen: Rechtliche Rahmenbedingungen der MVZ-Gründung

Ein MVZ nach § 95 SGB V ist eine Einrichtung, in der Ärzte verschiedener Fachrichtungen gemeinsam ambulante Versorgung anbieten. Die Zulassung erteilt der Zulassungsausschuss der Kassenärztlichen Vereinigung. Voraussetzung ist, dass mindestens zwei Ärzte im MVZ tätig sind und mindestens zwei verschiedene Fachrichtungen vertreten sind.

Als Rechtsform kommen die GmbH, die gGmbH (gemeinnützige GmbH) oder unter bestimmten Bedingungen die Partnerschaftsgesellschaft in Betracht. Die GmbH ist die gebräuchlichste Form, da sie Haftungsbeschränkung und eine klare Gesellschafterstruktur bietet. Das Stammkapital beträgt mindestens 25.000 Euro. Die Gesellschafter können Ärzte, Krankenhäuser oder andere zulassungsberechtigte Einrichtungen sein.

Zulassungsberechtigte Gründer sind gemäß § 95 SGB V: zugelassene Ärzte und Zahnärzte, zugelassene Krankenhäuser, gemeinnützige Träger und Erbringer nichtärztlicher Dialyseleistungen. Investorengetragene MVZ sind in Deutschland unzulässig, obwohl es Umgehungskonstruktionen gibt, die rechtlich umstritten sind.

Schritt für Schritt: MVZ-Gründung umsetzen

Schritt 1: Beratungsteam zusammenstellen. Beauftragen Sie einen Fachanwalt für Medizinrecht, einen Steuerberater mit Erfahrung im Gesundheitswesen und einen auf MVZ spezialisierten Unternehmensberater.

Schritt 2: Gesellschaftsvertrag ausarbeiten. Der Gesellschaftsvertrag der GmbH muss alle relevanten Fragen zu Gesellschafterrechten, Geschäftsführung, Gewinnverteilung und Ausscheiden eines Gesellschafters regeln.

Schritt 3: Zulassungsantrag beim Zulassungsausschuss stellen. Legen Sie alle Unterlagen vollständig und fristgerecht vor, einschließlich Gesellschaftsvertrag, Lebensläufe aller Ärzte und Nachweise über die Vertragsarztsitze.

Schritt 4: Finanzierungsplan erstellen. Ermitteln Sie den Investitionsbedarf für Räume, Ausstattung und Anlaufkosten und sichern Sie die Finanzierung vor Gründung.

Schritt 5: Versicherungsschutz aufbauen. Schließen Sie Berufshaftpflichtversicherungen für alle tätigen Ärzte ab und prüfen Sie, ob eine kollektive Gruppenpolice möglich ist.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Ein häufiger Fehler ist der Eintritt in ein MVZ ohne klare Exit-Regelungen im Gesellschaftsvertrag. Was passiert, wenn ein Gesellschafter ausscheiden möchte oder muss? Fehlende Regelungen führen zu Konflikten und können das MVZ gefährden.

Ärzteversichert unterstützt MVZ-Gründer beim Aufbau des Versicherungsschutzes für alle Beteiligten. Von der kollektiven Berufshaftpflicht bis zur D&O-Versicherung für die Geschäftsführer: Wir sorgen dafür, dass alle Risiken abgedeckt sind.

Fazit

Eine MVZ-Gründung ist ein komplexes Vorhaben, das mit der richtigen Unterstützung zu einer tragfähigen und wachstumsfähigen Versorgungsstruktur führt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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