Die Niederlassung als Arzt ist einer der wichtigsten Karriereschritte im Arztleben. Eine gründliche Vorbereitung ist entscheidend für den langfristigen Erfolg.

Grundlagen

Für die Niederlassung als Vertragsarzt benötigen Sie eine Kassenzulassung (Zulassung zur kassenärztlichen Versorgung), die Sie beim Zulassungsausschuss der zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung beantragen.

Voraussetzungen:

  • Gültige Approbation
  • Facharztanerkennung (für fachärztliche Zulassung)
  • Keine Eintragung im Schuldnerverzeichnis oder Insolvenzverfahren
  • Keine Strafe oder Widerruf der Approbation
  • Erfüllung formaler Standortanforderungen

Niederlassungsformen:

  • Einzelpraxis
  • Gemeinschaftspraxis (BAG)
  • Anstellung in einer Praxis oder MVZ

Auch als Privatarzt ohne Kassenzulassung ist eine Niederlassung möglich, dann jedoch ohne Abrechnung mit der GKV.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

Schritt 1: Bedarfsplanung überprüfen

Prüfen Sie, ob in Ihrem Wunsch-Planungsbereich offene Kassensitze verfügbar sind. Die KV veröffentlicht Nachbesetzungsausschreibungen.

Schritt 2: Standort und Praxisform festlegen

Entscheiden Sie: Neugründung, Übernahme einer bestehenden Praxis oder Einstieg als Partner in eine BAG. Jede Form hat eigene Vor- und Nachteile.

Schritt 3: Businessplan erstellen

Erstellen Sie einen realistischen Businessplan: Umsatzprognose, Investitionsbedarf, Finanzierungsbedarf, Personalplanung und Liquiditätsplanung für die Anfangsphase.

Schritt 4: Finanzierung sichern

Arztpraxen werden von den meisten Banken gerne finanziert. Vergleichen Sie Konditionen und sichern Sie genügend Eigenkapital (mind. 20 Prozent) für die Finanzierung.

Schritt 5: Versicherungen aufbauen

Unverzichtbar: Berufshaftpflicht, Betriebsunterbrechungsversicherung, Praxisinhaltsversicherung, angepasste BU und PKV. Lassen Sie sich von spezialisierten Maklern beraten.

Schritt 6: Zulassungsantrag stellen

Stellen Sie den Zulassungsantrag beim Zulassungsausschuss der KV. Legen Sie alle erforderlichen Unterlagen vollständig vor. Die Bearbeitungszeit beträgt oft mehrere Wochen.

Häufige Fehler vermeiden

Unterkapitalisierung: Viele Praxisgründer unterschätzen den Kapitalbedarf für die ersten Monate. Planen Sie großzügig.

Keine Vertretungsregelung: Wer bei Krankheit keine Vertretung hat, riskiert Honorarverluste und Patientenzufriedenheit. Klären Sie das von Anfang an.

Versicherungen vergessen: Die Berufshaftpflicht muss vor der ersten Behandlung bestehen. Versichern Sie sich rechtzeitig.

Marketingplanung vernachlässigt: Neue Praxen müssen aktiv Patienten gewinnen. HWG-konformes Marketing ist erlaubt und wichtig.

Fazit

Die Niederlassung ist ein spannender, aber anspruchsvoller Schritt. Mit guter Vorbereitung und dem richtigen Team aus Steuerberater, Anwalt und Versicherungsberater gelingt der Start. Ärzteversichert begleitet Ärzte auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Quellen:

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