Das Pflegerisiko ist für jeden reale Realität: Statistisch wird jeder Vierte im Laufe seines Lebens pflegebedürftig. Die gesetzliche Pflegeversicherung deckt dabei nur einen Teil der Kosten.
Grundlagen
Die gesetzliche Pflegeversicherung (SPV/PPV) zahlt gestaffelte Leistungsbeträge je nach Pflegegrad 1 bis 5. Diese Beträge decken in der Regel bei weitem nicht die tatsächlichen Kosten eines Pflegeheims, die oft zwischen 3.000 und 5.000 Euro monatlich liegen.
Formen der privaten Pflegeabsicherung:
- Pflegetagegeldversicherung: Zahlt einen vereinbarten Betrag je Tag der Pflegebedürftigkeit. Besonders flexibel.
- Pflegekostenversicherung: Erstattet tatsächlich entstandene Pflegekosten bis zu einem Höchstbetrag.
- Pflegekapitalversicherung: Einmalige Kapitalzahlung bei Eintritt der Pflegebedürftigkeit.
- Geförderte Pflegevorsorge (Pflege-Bahr): Staatlich geförderte Pflegetagegeldversicherung (monatlich 5 Euro Zuschuss bei mind. 10 Euro Eigenanteil).
Für PKV-Versicherte ist die private Pflegepflichtversicherung (PPV) gesetzlich vorgeschrieben.
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
Schritt 1: Eigenen Bedarf einschätzen
Recherchieren Sie die durchschnittlichen Pflegekosten in Ihrer Region. Berechnen Sie die Lücke zwischen gesetzlicher Leistung und tatsächlichen Kosten.
Schritt 2: Angehörige einbeziehen
Pflegebedürftige Eltern oder Schwiegereltern können schnell zur finanziellen Belastung werden. Prüfen Sie, ob auch für Angehörige eine Pflegezusatzversicherung sinnvoll ist.
Schritt 3: Tarifauswahl treffen
Für die meisten Ärzte bietet sich das Pflegetagegeld an, da es flexibel eingesetzt werden kann. Vergleichen Sie mindestens fünf Tarife nach Höhe des Tagegelds, Wartezeiten und Gesundheitsfragen.
Schritt 4: Frühzeitig abschließen
Pflegezusatzversicherungen werden mit zunehmendem Alter deutlich teurer. Außerdem nimmt das Risiko einer Ablehnung wegen Vorerkrankungen zu. Frühzeitiger Abschluss ist günstiger.
Schritt 5: Staatliche Förderung nutzen
Der Pflege-Bahr-Vertrag bietet staatliche Förderung von 5 Euro monatlich. Trotz der vergleichsweise geringen Förderung kann er als Einstieg sinnvoll sein.
Schritt 6: Abstimmung mit Gesamtvorsorge
Koordinieren Sie die Pflegevorsorge mit anderen Vorsorgeelementen, damit Sie im Alter ausreichend liquide Mittel für Pflegekosten haben.
Häufige Fehler vermeiden
Pflegetagegeld zu niedrig gewählt: Ein Pflegetagegeld von 20 Euro reicht bei Pflegekosten von 150 Euro täglich kaum aus. Wählen Sie eine realistische Höhe.
Wartezeiten nicht berücksichtigt: Die meisten Pflegezusatzversicherungen haben Wartezeiten von bis zu fünf Jahren. Schließen Sie nicht kurz vor einer möglichen Pflegebedürftigkeit ab.
Angehörige nicht mitgedacht: Wenn pflegebedürftige Angehörige keine Pflegezusatzversicherung haben, kann das zur finanziellen Belastung für Sie werden.
PKV-Pflegepflicht vergessen: PKV-Versicherte müssen eine PPV abgeschlossen haben. Prüfen Sie, ob das bei Ihnen der Fall ist.
Fazit
Die Pflegezusatzversicherung ist ein wichtiger Baustein der Langfristvorsorge. Je früher, desto günstiger und einfacher. Sprechen Sie mit den Beratern von Ärzteversichert über die optimale Lösung für Ihre Situation.
Quellen:
- Bundesministerium für Gesundheit: Pflegeversicherung
- GDV: Private Pflegeversicherung
- Verbraucherzentrale: Pflegezusatzversicherung
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