Die Übernahme einer bestehenden Praxis bietet einen sofortigen Patientenstamm und laufende Einnahmen. Dennoch sind sorgfältige Prüfung und Verhandlung unverzichtbar.

Grundlagen

Bei der Praxisübernahme übernimmt der Käufer in der Regel:

  • Den Kassensitz (Zulassung zur kassenärztlichen Versorgung)
  • Das Praxisequipment und die Einrichtung
  • Den Patientenstamm (Goodwill)
  • Ggf. das Mietverhältnis
  • Ggf. das Personal

Der Kaufpreis setzt sich aus Substanzwert (materielle Gegenstände) und Goodwill zusammen. Eine professionelle Praxisbewertung ist unerlässlich.

Ablauf der Kassensitz-Übertragung: Der Vorgänger muss die Zulassung zurückgeben, gleichzeitig beantragt der Nachfolger die Neuzulassung. Das muss koordiniert werden, damit keine Lücke entsteht.

Schritt-für-Schritt-Vorgehen

Schritt 1: Praxis finden

Nutzen Sie Praxisbörsen der KVen, Arztverbände und spezialisierte Makler. Melden Sie sich auch bei KV und Versorgungswerk als Kaufinteressent an.

Schritt 2: Due Diligence durchführen

Prüfen Sie: Jahresabschlüsse der letzten drei Jahre, Patientenzahlen, Personalkosten, laufende Verträge, Gerätezustand, Mietvertrag, Verbindlichkeiten und laufende Rechtsstreitigkeiten.

Schritt 3: Kaufpreisverhandlung

Beauftragen Sie eine unabhängige Praxisbewertung. Verhandeln Sie den Kaufpreis auf Basis objektiver Kennzahlen, nicht nur des Wunschpreises des Verkäufers.

Schritt 4: Kaufvertrag gestalten

Der Praxiskaufvertrag regelt: Kaufpreis und Zahlungsmodalitäten, übertragene Gegenstände und Rechte, Übergangsregelungen (z.B. Einarbeitung durch Vorgänger), Wettbewerbsklausel, Gewährleistungen.

Schritt 5: Kassenzulassung übertragen

Stimmen Sie die Zulassungsübertragung eng mit der KV ab. Die Nachbesetzung muss beantragt werden, bevor der Vorgänger seine Zulassung zurückgibt.

Schritt 6: Mitarbeiter und Versicherungen übernehmen

Mitarbeiter gehen bei Betriebsübernahme automatisch auf den neuen Inhaber über (§ 613a BGB). Alle Versicherungen müssen auf den neuen Inhaber umgestellt werden.

Häufige Fehler vermeiden

Keine Due Diligence: Wer eine Praxis ohne gründliche Prüfung kauft, riskiert böse Überraschungen: Versteckte Schulden, Altklagen, veraltete Geräte.

Kaufpreis nicht verhandelt: Der Erstpreis des Verkäufers ist fast immer verhandelbar. Lassen Sie die Praxis professionell bewerten.

Zulassung nicht rechtzeitig beantragt: Ein Fehler beim Timing der Zulassungsübertragung kann zu einem echten Problem werden.

Versicherungen nicht sofort umgestellt: Bestehende Versicherungen des Vorgängers deckeln nicht automatisch den neuen Inhaber.

Fazit

Die Praxisübernahme ist mit der richtigen Vorbereitung ein attraktiver Weg in die Selbstständigkeit. Nutzen Sie das Team von Ärzteversichert für die schnelle Einrichtung aller notwendigen Versicherungen.

Quellen:

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