Die Rentenlücke bezeichnet die Differenz zwischen dem letzten Nettoeinkommen im Berufsleben und den tatsächlichen Versorgungsbezügen im Ruhestand. Für Ärzte, deren Versorgung überwiegend auf dem ärztlichen Versorgungswerk beruht, kann diese Lücke erheblich sein und erfordert eine frühzeitige Planung.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Versorgungswerksrente deckt bei den meisten Ärzten nur 50 bis 70 Prozent des letzten Nettoeinkommens ab
- Ergänzende Altersvorsorge über Rürup-Rente, ETF-Sparpläne oder Immobilien ist notwendig
- Je früher die Rentenlücke berechnet und adressiert wird, desto geringer ist der monatliche Sparbedarf
Grundlagen: Wie entsteht die Rentenlücke bei Ärzten?
Ärzte sind über die ärztlichen Versorgungswerke der Bundesländer pflichtversichert und zahlen keine Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Die Versorgungswerksrente berechnet sich nach dem eingezahlten Kapital und der Renditeentwicklung des jeweiligen Versorgungswerks. Da die Beiträge an das Höchstbeitrag der gesetzlichen Rentenversicherung geknüpft sind, ergibt sich bei gut verdienenden Ärzten eine deutliche Versorgungslücke im Verhältnis zum gewohnten Lebensstandard.
Hinzu kommt, dass die Versorgungswerksrente im Ruhestand vollständig versteuert wird, da Beiträge als Sonderausgaben steuerlich abgesetzt wurden. Damit liegt das verfügbare Nettoeinkommen im Alter häufig bei unter 50 Prozent des letzten Bruttoeinkommens.
Schritt für Schritt: Rentenlücke berechnen und schließen
Im ersten Schritt wird die zu erwartende Versorgungswerksrente ermittelt. Die jährliche Renteninformation des Versorgungswerks gibt Auskunft über die prognostizierte Rente auf Basis des aktuellen Beitragskontos. Diese Zahl wird dem angestrebten Nettoalterseinkommen gegenübergestellt.
Im zweiten Schritt wird der monatliche Sparbedarf berechnet. Aus der Differenz zwischen angestrebtem Alterseinkommen und erwarteter Versorgungswerksrente ergibt sich das fehlende Kapital. Dieses wird auf die verbleibenden Berufsjahre verteilt, unter Berücksichtigung einer realistischen Renditeerwartung von 4 bis 6 Prozent jährlich bei einem diversifizierten Anlageportfolio.
Im dritten Schritt werden die geeigneten Sparinstrumente ausgewählt. Rürup-Rente, ETF-Sparpläne, fondsgebundene Lebensversicherungen und Immobilien kommen in Betracht, je nach Zeithorizont, Liquiditätsbedarf und Risikobereitschaft. Eine Kombination aus steuerlich geförderter Rürup-Rente und flexiblem ETF-Depot ist für viele Ärzte die optimale Lösung.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Ein häufiger Fehler ist der Aufschub der Altersvorsorgeplanung bis zur Praxisgründung oder bis das Einkommen ein bestimmtes Niveau erreicht hat. Jedes Jahr ohne Beiträge erhöht den späteren Sparbedarf erheblich. Ein weiterer Fehler ist die alleinige Beschränkung auf das Versorgungswerk ohne Kenntnis der tatsächlichen Rentenlücke.
Ärzteversichert erstellt individuelle Rentenlückenanalysen und erarbeitet passgenaue Vorsorgestrategien. Die Kombination aus Versorgungswerk, Rürup-Rente und Kapitalanlage wird dabei so aufeinander abgestimmt, dass der Gesamtbedarf effizient und steueroptimiert gedeckt wird.
Fazit
Das frühzeitige Erkennen und Schließen der Rentenlücke ist eine der wichtigsten Aufgaben der finanziellen Lebensplanung für Ärzte. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen und weiterführende Informationen
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales – Altersvorsorge
- Bundesfinanzministerium – Steuerliche Förderung der Altersvorsorge
- BaFin – Altersvorsorgeprodukte im Überblick
- Ärzteversichert – Versicherungsmakler für Mediziner
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