Fast alle Ärzte werden im Ruhestand eine Versorgungslücke zwischen Versorgungswerksrente und tatsächlichem Einkommensbedarf haben. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie diese Lücke systematisch schließen.
Grundlagen
Die Rentenlücke ist die Differenz zwischen dem im Ruhestand benötigten Nettoeinkommen und den zu erwartenden Rentenleistungen aus dem Versorgungswerk.
Typische Ausgangssituation:
- Einkommensbedarf im Ruhestand: 5.000 bis 8.000 Euro netto monatlich
- Versorgungswerksrente bei durchschnittlichen Beiträgen: 2.000 bis 4.000 Euro brutto monatlich
- Ergebnis: Lücke von oft 2.000 bis 4.000 Euro monatlich
Instrumente zum Schließen der Lücke:
- Rürup-Rente (steuerlich gefördert)
- ETF-Sparplan (flexibel, keine steuerliche Förderung)
- Immobilien (mietfreies Wohnen oder Mieteinnahmen)
- Betriebliche Altersvorsorge (für GmbH-Ärzte)
- Lebensversicherungen (fondsgebunden oder klassisch)
Schritt-für-Schritt-Vorgehen
Schritt 1: Einkommensbedarf im Ruhestand definieren
Schätzen Sie realistisch, was Sie im Alter monatlich benötigen. Berücksichtigen Sie: Wegfall von Arbeitskosten, Veränderungen im Konsumverhalten, höhere Gesundheitsausgaben, Reisewünsche.
Schritt 2: Versorgungswerksrente prognostizieren
Fordern Sie eine Rentenprognose von Ihrem Versorgungswerk an. Berechnen Sie die voraussichtliche Nettoversorgungswerksrente.
Schritt 3: Lücke berechnen
Subtrahieren Sie die Versorgungswerksrente vom Einkommensbedarf. Das ist Ihre monatliche Versorgungslücke.
Schritt 4: Schließungsstrategie entwickeln
Ermitteln Sie, wie viel Kapital bis zum Renteneintritt angespart werden muss, um die Lücke zu schließen. Berücksichtigen Sie Inflation und realistische Renditen.
Schritt 5: Spare-Rate und Anlageform festlegen
Legen Sie eine monatliche Spare-Rate fest und wählen Sie die geeigneten Anlageformen. Für steuerliche Optimierung priorisieren Sie die Rürup-Rente bis zum Höchstbetrag.
Schritt 6: Jährlich überprüfen und anpassen
Passen Sie die Strategie jährlich an veränderte Einkommen, Renditen und Lebensumstände an.
Häufige Fehler vermeiden
Lücke zu spät erkannt: Je früher Sie mit der Schließung beginnen, desto kleiner müssen die monatlichen Beiträge sein.
Inflation nicht einkalkuliert: Auch Versorgungswerksrenten verlieren an Kaufkraft. Planen Sie mit realen Werten.
Nur gebundene Vorsorge: Zu viel in illiquiden Produkten anlegen bedeutet wenig Handlungsspielraum im Notfall.
Steueroptimierung vergessen: Die Rürup-Rente ist für gut verdienende Ärzte oft die steuerlich attraktivste Lösung.
Fazit
Die Rentenlücke lässt sich schließen, aber nur mit frühzeitiger Planung. Nutzen Sie alle verfügbaren Bausteine und lassen Sie sich von Ärzteversichert bei der Gesamtplanung unterstützen.
Quellen:
- Deutsche Rentenversicherung: Rentenberechnung
- Arbeitsgemeinschaft berufsständischer Versorgungseinrichtungen
- Bundesministerium der Finanzen: Altersvorsorge-Förderung
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →