Die private Unfallversicherung wird von Ärzten oft als unnötig betrachtet, weil eine Berufsunfähigkeitsversicherung bereits umfassenden Schutz bietet. Doch es gibt Situationen, in denen eine Unfallversicherung sinnvoll ist, insbesondere wenn die BU Lücken aufweist oder wenn ein spezifischer Freizeit-Unfallschutz gewünscht wird.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Unfallversicherung leistet bei dauerhafter Invalidität durch Unfälle, unabhängig von Berufsunfähigkeit
  • Für Ärzte mit guter BU-Versicherung ist der zusätzliche Nutzen einer Unfallversicherung begrenzt
  • Sinnvoll kann sie für Ärzte sein, die kein ausreichendes BU-Schutz aufbauen können oder wollen

Grundlagen: Unterschied zwischen Unfallversicherung und BU

Die private Unfallversicherung zahlt eine einmalige Kapitalleistung oder Rente, wenn durch einen Unfall eine dauerhafte körperliche Beeinträchtigung (Invalidität) entsteht. Sie leistet ausschließlich bei Unfällen, nicht bei Krankheiten. Dies ist der wesentliche Unterschied zur Berufsunfähigkeitsversicherung, die auch bei krankheitsbedingter Berufsunfähigkeit leistet.

Statistisch gesehen sind Krankheiten die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit: Rund 70 bis 80 Prozent aller BU-Fälle gehen auf Erkrankungen zurück, vor allem psychische Erkrankungen, Krebs und Erkrankungen des Bewegungsapparats. Unfälle machen nur einen kleinen Anteil aus. Wer eine gute BU-Versicherung hat, ist daher in den meisten Szenarien ausreichend abgesichert.

Es gibt jedoch Situationen, in denen eine Unfallversicherung sinnvoll ist: wenn keine BU-Versicherung abgeschlossen werden konnte, weil Vorerkrankungen die Annahme verhindern, oder wenn gezielt der Bereich Freizeit-Invalidität abgesichert werden soll.

Schritt für Schritt: Entscheidung für oder gegen eine Unfallversicherung

Schritt 1: BU-Schutz analysieren. Prüfen Sie zunächst, ob Ihre BU-Versicherung ausreichende Deckung bietet. Wenn ja, ist eine Unfallversicherung nur als ergänzender Schutz notwendig.

Schritt 2: Sportliche Aktivitäten berücksichtigen. Wenn Sie risikoreichere Sportarten betreiben, kann eine Unfallversicherung mit spezieller Klausel für diese Aktivitäten sinnvoll sein.

Schritt 3: Tarife kritisch vergleichen. Achten Sie auf die Progressionsstaffel (wie stark steigt die Leistung bei höherem Invaliditätsgrad), den Ausschluss von Vorerkrankungen und die Leistung bei Infektionen als Unfallfolge.

Schritt 4: Invaliditätssumme realitätsnah wählen. Die Grundsumme sollte so gewählt werden, dass sie im Fall einer schweren Invalidität eine wesentliche finanzielle Unterstützung darstellt.

Schritt 5: Beratung durch Fachmann einholen. Lassen Sie den Sinn einer Unfallversicherung durch einen unabhängigen Berater prüfen, der Ihren Gesamtabsicherungsstand kennt.

Häufige Fehler und wie man sie vermeidet

Ein häufiger Fehler ist die Überversicherung: Wer bereits eine gute BU-Versicherung hat, zahlt für eine Unfallversicherung Beiträge für einen stark überlappenden Schutzbereich. Die Mittel wären oft besser in eine höhere BU-Rente investiert.

Ärzteversichert analysiert den gesamten Absicherungsstand von Ärzten und gibt eine klare Empfehlung, ob eine Unfallversicherung sinnvoll ist oder ob die vorhandenen Mittel anderweitig besser angelegt werden sollten.

Fazit

Eine Unfallversicherung ist für die meisten Ärzte mit guter BU kein Muss, kann aber in bestimmten Lebenssituationen eine sinnvolle Ergänzung sein. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen und weiterführende Informationen

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