Ein regelmäßiger Versicherungscheck ist für Ärzte unverzichtbar. Berufs- und Lebenssituation ändern sich kontinuierlich, Tarife werden besser oder schlechter, und nicht selten zahlen Ärzte für Versicherungen, die sie kaum brauchen, während echte Risiken ungedeckt bleiben. Das Ergebnis: zu hohe Prämien und gleichzeitig gefährliche Lücken. Dabei ist der Check keine aufwändige Angelegenheit, wenn man systematisch vorgeht. Dieser Leitfaden führt Sie durch alle relevanten Versicherungsbereiche.
Grundlagen
Der Versicherungsbedarf eines Arztes lässt sich in drei Kategorien einteilen:
Existenzielle Absicherung (unverzichtbar):
- Berufshaftpflichtversicherung
- Berufsunfähigkeitsversicherung
- Krankenversicherung (PKV oder GKV)
- Berufliche Betriebsunterbrechungsversicherung für Praxisinhaber
Wichtige Ergänzungen (sehr empfehlenswert):
- Private Altersvorsorge ergänzend zum Versorgungswerk
- Risikolebensversicherung bei Familie oder Krediten
- Rechtsschutzversicherung
- Hausrat- und Wohngebäudeversicherung
Optionale Absicherung (je nach Situation):
- Unfallversicherung
- Pflegezusatzversicherung
- Zahnzusatzversicherung
- Auslandskrankenversicherung
Die Reihenfolge spiegelt die Priorität wider: Wer als Arzt keine Berufshaftpflicht hat, riskiert seine Zulassung. Wer bei Berufsunfähigkeit nicht abgesichert ist, verliert möglicherweise seinen Lebensstandard. Alle anderen Versicherungen sind zwar sinnvoll, aber nicht existenziell.
Schritt-für-Schritt
Schritt 1: Alle bestehenden Verträge erfassen
Sammeln Sie alle Versicherungsunterlagen und erstellen Sie eine Übersicht mit Versicherungsart, Versicherer, Jahresbeitrag, Laufzeit und wesentlichen Leistungsmerkmalen. Wer den Überblick verloren hat, findet Hinweise auf dem Kontoauszug, bei der Post und in digitalen Dokumentenablagen.
Schritt 2: Berufshaftpflicht prüfen
Überprüfen Sie Ihre Berufshaftpflicht auf ausreichende Deckungssummen (mindestens 3 Millionen Euro für Personenschäden), korrekte Risikobeschreibung und Einschluss aller ausgeübten Tätigkeiten. Gutachtertätigkeit, ästhetische Eingriffe oder Belegarzttätigkeit erfordern oft Zusatzdeckungen.
Schritt 3: BU auf Aktualität prüfen
Prüfen Sie, ob Ihre BU-Rente noch dem aktuellen Einkommensniveau entspricht. Viele Ärzte haben ihre Berufsunfähigkeitsversicherung früh abgeschlossen und nie angepasst. Prüfen Sie außerdem die Nachversicherungsgarantien für künftige Einkommenssteigerungen.
Schritt 4: PKV-Tarif optimieren
Bei privat versicherten Ärzten lohnt eine jährliche Überprüfung des PKV-Tarifs. Selbst beim gleichen Versicherer kann ein Tarifwechsel innerhalb des Unternehmens die Prämien deutlich senken, ohne Leistungen zu verschlechtern.
Schritt 5: Praxisversicherungen koordinieren
Prüfen Sie, ob Betriebshaftpflicht, Inhaltsversicherung, Elektronikversicherung und Betriebsunterbrechungsversicherung lückenlos und ohne Doppelversicherungen zusammenwirken. Besonders die Betriebsunterbrechungsversicherung wird häufig unterschätzt.
Schritt 6: Überflüssige Policen kündigen
Identifizieren Sie Versicherungen, deren Risiken bereits anderweitig gedeckt sind, etwa Reisegepäck bei guter Hausratversicherung, oder die nur sehr geringe Schäden abdecken. Das Geld lässt sich sinnvoller einsetzen.
Häufige Fehler vermeiden
Unterversicherung bei der Berufshaftpflicht: Ärzte unterschätzen häufig das Haftungsrisiko. Gerade bei Spezialgebieten wie Chirurgie oder Geburtsmedizin sind Deckungssummen im zweistelligen Millionenbereich notwendig. Ein einzelner Behandlungsfehler kann sonst zur existenziellen Bedrohung werden.
Keine jährliche Aktualisierung: Der Versicherungsbedarf ändert sich mit jeder Veränderung in Beruf und Familie. Planen Sie einen festen Jahres-Check-Termin, idealerweise nach der Steuererklärung.
Doppelversicherungen: Rechtsschutz, Hausrat oder Haftpflicht sind manchmal zweifach abgesichert, was unnötige Prämien kostet. Im Schadensfall zahlt ohnehin nur einer der Versicherer.
Konditionen nicht verglichen: Der Markt verändert sich. Was vor fünf Jahren der beste Tarif war, ist heute möglicherweise überholt. Ein Vergleich kostet wenig Zeit, kann aber viel Geld sparen.
Fazit
Ein systematischer Versicherungscheck spart Ärztinnen und Ärzten im Durchschnitt mehrere Hundert Euro pro Jahr und schließt gleichzeitig gefährliche Lücken. Das Team von Ärzteversichert führt einen solchen Check unabhängig durch und zeigt konkrete Optimierungspotenziale auf. Vereinbaren Sie jetzt einen Termin.
Quellen:
- GDV: Versicherungsarten und Leistungsübersicht
- Bundesärztekammer: Berufshaftpflicht
- BaFin: Versicherungsaufsicht
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