Zahnmedizinische Behandlungen gehören zu den häufigsten nicht vollständig von der Krankenkasse erstatteten Gesundheitsleistungen. Gerade hochwertiger Zahnersatz wie Implantate oder vollkeramische Versorgungen kann schnell mehrere Tausend Euro kosten. Wer darauf nicht vorbereitet ist, zahlt die Differenz aus der eigenen Tasche. Eine gute Zahnzusatzversicherung kann diese Lücke schließen, sofern man sie frühzeitig und sorgfältig auswählt. Für Ärzte stellt sich dabei die Frage, ob angesichts eines möglichen PKV-Schutzes überhaupt eine Zahnzusatzversicherung nötig ist.
Grundlagen
Für gesetzlich versicherte Ärzte erstattet die GKV lediglich Festzuschüsse für Zahnersatz, die in der Regel weit unter den tatsächlichen Behandlungskosten liegen. Private Zahnzusatzversicherungen übernehmen den darüber hinausgehenden Anteil bis zu einer vereinbarten Quote.
Für privat krankenversicherte Ärzte übernimmt die PKV Zahnbehandlungen und Zahnersatz in der Regel nach Tarif. Eine separate Zahnzusatzversicherung ist hier selten nötig, es sei denn, der gewählte PKV-Tarif hat bewusst eingeschränkte Zahnleistungen zur Beitragssenkung.
Wichtige Leistungsbereiche einer Zahnzusatzversicherung:
- Zahnersatz: Kronen, Brücken, Implantate
- Kieferorthopädie, meist bis zu einem bestimmten Alter
- Professionelle Zahnreinigung (PZR)
- Inlays und hochwertige Füllungsmaterialien
Kernmerkmale im Tarifvergleich:
- Erstattungsquote: 60 bis 100 Prozent des Rechnungsbetrags
- Erstattungshöchstgrenzen in den ersten Jahren, häufig gestaffelt
- Wartezeiten: meist drei bis acht Monate nach Vertragsbeginn
- Art und Umfang der Gesundheitsfragen bei Antragstellung
Diese Merkmale unterscheiden sich zwischen den Tarifen erheblich. Ein günstiger Monatsbeitrag kann sich im Leistungsfall als teuer herausstellen, wenn die Erstattungsquote niedrig oder die Jahreshöchstgrenze zu gering ist.
Schritt-für-Schritt
Schritt 1: Aktuellen Versicherungsschutz prüfen
GKV-Mitglieder unter den Ärztinnen und Ärzten müssen bei der Zahnabsicherung aktiv werden. PKV-Versicherte sollten prüfen, ob ihr Tarif ausreichende Zahnleistungen enthält oder ob eine Zahnzusatzversicherung dennoch sinnvoll ist.
Schritt 2: Eigenen Bedarf abschätzen
Schätzen Sie Ihren persönlichen Bedarf ab: Sind Behandlungen in absehbarer Zeit geplant? Haben Sie Familienangehörige, für die ebenfalls Zahnkosten entstehen? Wie ist Ihre persönliche Risikobereitschaft?
Schritt 3: Tarife sorgfältig vergleichen
Vergleichen Sie Tarife nach Erstattungsquote, Wartezeiten, Jahreshöchstgrenzen und Monatsbeitrag. Achten Sie besonders auf die gestaffelten Höchstgrenzen in den ersten Versicherungsjahren, da hier die größten Unterschiede zwischen günstigen und hochwertigen Tarifen liegen.
Schritt 4: Gesundheitsfragen sorgfältig beantworten
Bei der Antragstellung werden Gesundheitsfragen gestellt. Beantworten Sie diese vollständig und wahrheitsgemäß. Vorerkrankungen oder geplante Behandlungen müssen angegeben werden, sonst riskieren Sie Leistungsausschlüsse oder Vertragsauflösung im Schadensfall.
Schritt 5: Vertrag frühzeitig abschließen
Schließen Sie die Versicherung möglichst früh ab, um Wartezeiten hinter sich zu bringen, bevor geplante Behandlungen anstehen. Der optimale Zeitpunkt ist, bevor ein konkreter Behandlungsbedarf entsteht.
Häufige Fehler vermeiden
Höchstgrenzen unterschätzt: Viele Tarife zahlen in den ersten Jahren nur begrenzt, zum Beispiel 1.000 Euro im ersten und 2.000 Euro im zweiten Versicherungsjahr. Wer kurz nach Vertragsabschluss ein Implantat benötigt, erlebt eine teure Überraschung.
Wartezeit ignoriert: Warten Sie nicht, bis eine Behandlung dringend notwendig ist. Schließen Sie die Versicherung präventiv ab, solange noch kein unmittelbarer Behandlungsbedarf besteht.
Günstiger Beitrag als einziges Kriterium: Ein niedriger Monatsbeitrag kann im Leistungsfall erheblich schlechter sein. Vergleichen Sie Leistungsumfang und Erstattungsquoten, nicht nur den Preis.
PKV-Versicherte schließen doppelten Schutz ab: PKV-Versicherte mit umfassenden Zahnleistungen im Tarif brauchen keine zusätzliche Zahnzusatzversicherung. Prüfen Sie zuerst den eigenen PKV-Tarif.
Fazit
Für GKV-versicherte Ärzte ist eine gute Zahnzusatzversicherung in den meisten Fällen sinnvoll. Schließen Sie die Versicherung frühzeitig ab und vergleichen Sie die Tarife sorgfältig nach Erstattungsquote und Jahreshöchstgrenzen, nicht allein nach dem Beitrag. Bei Fragen zu Ihrer gesamten Versicherungssituation steht Ihnen Ärzteversichert gerne zur Seite.
Quellen:
- GKV-Spitzenverband: Festzuschüsse für Zahnersatz
- Stiftung Warentest: Zahnzusatzversicherungen im Vergleich
- GDV: Private Kranken- und Zahnzusatzversicherung
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