Ärzte erzielen überdurchschnittliche Einkommen, haben aber oft wenig Zeit für aktives Portfoliomanagement. Gleichzeitig ist der Vermögensaufbau neben dem Versorgungswerk eine tragende Säule der privaten Altersvorsorge. Die Frage, ob aktiv gemanagte Fonds oder kostengünstige ETFs die bessere Wahl sind, beschäftigt jeden Arzt früher oder später. Die Antwort hat erhebliche Auswirkungen auf die langfristige Nettorendite.

Das Wichtigste in Kürze

  • ETFs haben deutlich niedrigere laufende Kosten (TER 0,1–0,3 %) als aktive Fonds (1,5–2,5 % p.a.).
  • Studien belegen, dass die meisten aktiv gemanagten Fonds ihren Vergleichsindex langfristig nicht schlagen.
  • Aktive Fonds können in Nischenmärkten oder Krisenzeiten kurzfristig Vorteile bieten.
  • Für Ärzte mit langen Anlagehorizonten (>15 Jahre) überwiegen die Kostenvorteile von ETFs deutlich.

Vergleichstabelle

KriteriumAktiver FondsETF (passiv)
Laufende Kosten (TER)1,5–2,5 % p.a.0,05–0,3 % p.a.
Ausgabeaufschlag3–5 %0 % (Direktkauf)
VerwaltungFondsmanager entscheidetRegelbasiert, Indexabbildung
Marktrendite im VergleichMeist schlechter nach KostenMarktrendite abzüglich TER
TransparenzBegrenztVollständig (Indexzusammensetzung)
Steuerliche BehandlungTeilfreistellung, je nach FondstypTeilfreistellung, je nach ETF-Typ

Detailvergleich

Kostenvergleich über 20 Jahre: Bei einem Anlagebetrag von 200.000 € und 6 % Bruttorendite p.a. kostet ein aktiver Fonds mit 2 % TER über 20 Jahre rund 100.000 € mehr an Gebühren als ein ETF mit 0,2 % TER. Dieser Kostenunterschied ist der entscheidende Hebel für langfristige Anleger.

Performance-Vergleich: Laut SPIVA-Studie (S&P Indices Versus Active) schlagen über 85 % der aktiv gemanagten Fonds über 15 Jahre ihren Vergleichsindex nicht, nach Kosten. Für Ärzte, die keine Zeit für aktives Monitoring haben, bieten breit diversifizierte ETFs auf Welt-Indizes eine zuverlässige und kosteneffiziente Lösung.

Wann aktive Fonds sinnvoll sind: In illiquiden Märkten (Schwellenländer-Anleihen, Small Caps bestimmter Regionen) können aktive Manager einen echten Mehrwert liefern. Auch bei ESG-Strategien mit engem Filterkriterien oder in konkreten Marktverwerfungen kann aktives Management einen Vorteil bieten.

Wann ist welche Option besser?

ETFs sind die erste Wahl für Ärzte, die ein kostengünstiges, diversifiziertes und wenig zeitintensives Kernportfolio aufbauen möchten. Weltweite Aktien-ETFs (MSCI World, ACWI) bilden das Rückgrat einer soliden Anlagestrategie.

Aktive Fonds können als Beimischung in Nischensegmenten sinnvoll sein oder wenn ein spezifischer Anlagefokus (z. B. Healthcare, nachhaltige Anleihen) gewünscht ist, der durch passive Produkte nicht gut abgebildet wird.

Fazit

Für die große Mehrheit der Ärzte bilden kostengünstige ETFs auf breit diversifizierte Indizes das effizienteste Fundament des Privatvermögens. Ärzteversichert empfiehlt, aktive Fonds nur als gezielte Beimischung einzusetzen und die Gesamtkostenquote des Portfolios regelmäßig zu überprüfen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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