Die Deckungssumme einer betrieblichen Krankenversicherung bestimmt, wie viel Leistung tatsächlich in Anspruch genommen werden kann. Viele Direkttarife bieten standardmäßige Budgets, die für typische Gesundheitsausgaben ausreichen – aber im Fall größerer Behandlungsbedarfe an ihre Grenzen stoßen. Allgemeinmediziner als Praxisinhaber müssen abwägen, ob die Deckung ihren eigenen Bedürfnissen und denen ihrer Mitarbeiter entspricht.
Das Wichtigste in Kürze
- Standardbudgets von 300–600 € p.a. sind für Basisleistungen ausreichend, nicht für intensive Nutzung.
- Höhere Deckungssummen (1.000–2.000 € p.a.) ermöglichen Zahnersatz, Sehhilfen und Vorsorgeuntersuchungen.
- Budgettarife bieten Flexibilität; klassische Erstattungstarife haben oft kategorieweise Obergrenzen.
- Für Praxisinhaber selbst empfiehlt sich eine höhere Deckung als für einfache Mitarbeitertarife.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Basisdeckung (300–600 €) | Erweiterte Deckung (1.000–2.000 €) |
|---|---|---|
| Jahresbudget | 300–600 € | 1.000–2.000 € |
| Zahnersatz abgedeckt | Teilweise | Ja |
| Sehhilfen | Begrenzt | Vollständig |
| Vorsorgeuntersuchungen | Ja | Ja, umfangreich |
| Monatliche Prämie AG | 15–30 € | 40–80 € |
| Eignung | Einfacher Mitarbeiterbenefit | Echte Zusatzabsicherung |
Detailvergleich
Basisdeckung im Alltag: Eine bKV mit 300–600 € Jahresbudget deckt alltägliche Kleinleistungen ab: Brillengläser, professionelle Zahnreinigung, einzelne Vorsorgeuntersuchungen. Für viele Mitarbeiter ist dies ein willkommener Benefit. Wer jedoch Zahnersatz benötigt oder teure Sehhilfen kauft, wird schnell an die Budgetgrenze stoßen.
Erweiterte Deckung für Praxisinhaber: Allgemeinmediziner, die die bKV primär für sich selbst oder leitende Mitarbeiter nutzen, sollten eine höhere Deckungssumme wählen. Ab 1.000 € p.a. sind Zahnersatzkosten, qualitativ hochwertige Brillen und erweiterte Vorsorge sinnvoll abgedeckt. Die Mehrprämie von ca. 25–50 € monatlich ist für die meisten Praxisinhaber gut vertretbar.
Kategorieweise Obergrenzen vs. Gesamtbudget: Klassische Erstattungstarife haben oft kategorieweise Obergrenzen (z. B. max. 200 € für Sehhilfen, max. 300 € für Zahnersatz). Budgettarife bieten freie Nutzung des Gesamtbudgets – was faktisch zu einer höheren Flexibilität führt, wenn ein Bereich mehr Bedarf hat als ein anderer.
Wann ist welche Option besser?
Basisdeckung eignet sich als breiter Benefit für alle Praxismitarbeiter – mit geringem Aufwand und gutem Preis-Leistungs-Verhältnis im Vergleich zu einer Gehaltserhöhung.
Erweiterte Deckung lohnt sich für den Praxisinhaber selbst und für leitende Mitarbeiter, die eine qualitativ hochwertige Zusatzversorgung schätzen.
Fazit
Die richtige Deckungssumme der bKV hängt vom Verwendungszweck ab. Ärzteversichert empfiehlt, unterschiedliche Stufen für verschiedene Mitarbeitergruppen zu gestalten und regelmäßig zu überprüfen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- PKV-Verband: bKV-Tarifgestaltung und Budgetmodelle
- GDV: Gruppenversicherung Deckungsoptionen
- BaFin: Krankenversicherungsprodukte für Arbeitgeber
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