Manche bKV-Tarife arbeiten mit einer Selbstbeteiligung: Die Mitarbeiter tragen einen Teil der Behandlungskosten selbst, während der Versicherer den Rest erstattet. Dieses Modell senkt die Prämien für den Arbeitgeber, kann aber den wahrgenommenen Benefit-Wert erheblich mindern. Allgemeinmediziner, die eine bKV einführen, sollten die Vor- und Nachteile von Tarifen mit und ohne Selbstbeteiligung kennen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tarife mit Selbstbeteiligung sind für den Arbeitgeber günstiger, aber weniger attraktiv für Mitarbeiter.
  • Budgettarife ohne Selbstbeteiligung werden von Mitarbeitern deutlich besser angenommen.
  • Bei der bKV geht es um Mitarbeitermotivation – da schadet eine Selbstbeteiligung dem Ziel.
  • Ausnahme: Sehr hohe Erstattungstarife können sinnvoll mit einer Eigenbeteiligung kombiniert werden.

Vergleichstabelle

KriteriumbKV ohne SelbstbeteiligungbKV mit Selbstbeteiligung
MitarbeiterwahrnehmungSehr gutGemischt
Prämie für ArbeitgeberHöherNiedriger
NutzungsbereitschaftHochGeringer
VerwaltungsaufwandGeringMittel (Eigenbeteiligung abrechnen)
Geeignet als BenefitSehr gutEingeschränkt
InanspruchnahmequoteHöherNiedriger

Detailvergleich

Wahrnehmung durch Mitarbeiter: Ein Benefit, bei dem der Mitarbeiter selbst einen Teil zahlen muss, wird anders wahrgenommen als ein vollständig arbeitgeberfinanzierter Benefit. Selbstbeteiligung senkt die subjektiv wahrgenommene Leistung – auch wenn die Gesamtabsicherung gut ist. Für die Funktion als Recruitment- und Bindungsmittel ist ein Tarif ohne Eigenbeteiligung deutlich effektiver.

Kostenperspektive des Arbeitgebers: Ein Tarif mit 50-€-Selbstbeteiligung kann die Arbeitgeberprämie um 20–30 % senken. Für Praxen mit vielen Mitarbeitern ist das ein nicht zu vernachlässigender Kostenfaktor. Wenn der Tarif trotz Selbstbeteiligung für die Mitarbeiter attraktiv bleibt, kann dies ein vertretbarer Kompromiss sein.

Budgettarife als elegante Lösung: Moderne Budgettarife arbeiten nicht mit einer klassischen Selbstbeteiligung, sondern mit einem festen Jahresbudget. Das Budget kann frei genutzt werden – ohne Eigenanteil, ohne Bürokratie. Diese Struktur vermeidet das Image-Problem der Selbstbeteiligung bei gleichzeitig überschaubaren Kosten.

Wann ist welche Option besser?

Keine Selbstbeteiligung ist der Standard für einen effektiven Mitarbeiterbenefit. Mitarbeiter nutzen den Benefit uneingeschränkt und empfehlen die Praxis als attraktiven Arbeitgeber weiter.

Selbstbeteiligung kann bei sehr hochpreisigen Tarifen sinnvoll sein, um eine aufwändige Police für alle Mitarbeiter erschwinglich zu machen, ohne dass Kleinstleistungen den Tarif belasten.

Fazit

Die Selbstbeteiligung in der bKV ist ein zweischneidiges Schwert. Ärzteversichert empfiehlt, auf Selbstbeteiligungen zu verzichten und stattdessen einen bedarfsgerechten Budgettarif zu wählen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →