Angestellte Allgemeinmediziner, die eine bKV über ihren Arbeitgeber erhalten, können diese oft nicht individuell anpassen. Im Alltag stellt sich die Frage: Reicht der Arbeitgeber-Tarif – oder gibt es sinnvollere Alternativen, die sich besser am eigenen Bedarf orientieren? Von privaten Zusatzversicherungen bis zu selbst abgeschlossenen Gesundheitsbudget-Lösungen gibt es verschiedene Optionen.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Arbeitgeber-Tarif ist kostenlos, aber nicht immer bedarfsgerecht.
- Eigene Zusatzkrankenversicherungen (Zahn, Krankenhaus, Ausland) ergänzen gezielt.
- Für PKV-versicherte Ärzte ist der Mehrwert der Arbeitgeber-bKV meist gering.
- Die beste Alternative hängt von persönlichem Absicherungsniveau und Bedarf ab.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Arbeitgeber-bKV | Private Zusatzversicherung |
|---|---|---|
| Kosten für Arzt | Meist kostenlos | Eigenbeitrag (30–100 €/Monat) |
| Leistungsumfang | Standard | Individuell wählbar |
| Flexibilität | Keine | Hoch |
| PKV-Kompatibilität | Oft überschneidend | Gezielt ergänzend |
| Bindung an Arbeitgeber | Ja (endet bei Job-Wechsel) | Nein |
| Langfristige Planbarkeit | Abhängig vom AG | Eigenverantwortlich |
Detailvergleich
Arbeitgeber-bKV im Alltag nutzen: Wer eine Arbeitgeber-bKV hat, sollte diese aktiv nutzen – auch wenn der Leistungsumfang begrenzt ist. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, professionelle Zahnreinigung und Sehhilfen können so kostenfrei oder günstig in Anspruch genommen werden. Eine Liste der abgedeckten Leistungen sollte dem Arzt bekannt sein.
Ergänzende private Lösungen: Wer spezifische Zusatzleistungen benötigt (Krankenhauskomfort, Einzel/Zweibettzimmer, Chefarztbehandlung), kann diese mit einer individuellen Krankenhaustagegeld- oder Krankenzusatzversicherung absichern. Diese sind unabhängig vom Arbeitgeber und bleiben auch bei Job-Wechsel bestehen.
Job-Wechsel-Problematik: Die Arbeitgeber-bKV endet bei einem Arbeitgeberwechsel. Für die Übergangszeit oder nach einem Wechsel zu einem Arbeitgeber ohne bKV entsteht eine Lücke, die durch eigene Absicherung vermieden werden kann.
Wann ist welche Option besser?
Arbeitgeber-bKV als Basis ist für alle angestellten Allgemeinmediziner ein kostenloser Mehrwert, der genutzt werden sollte – unabhängig vom individuellen Absicherungsniveau.
Eigene Zusatzversicherung empfiehlt sich für PKV-versicherte Ärzte, die spezifische Lücken schließen wollen, sowie für GKV-versicherte Ärzte mit höherem Absicherungsbedarf.
Fazit
Die Arbeitgeber-bKV ist ein guter Start, reicht aber selten für vollständige Absicherung aus. Ärzteversichert empfiehlt, den Arbeitgeber-Tarif zu nutzen und bei Bedarf gezielt durch eigene Zusatzversicherungen zu ergänzen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- PKV-Verband: Zusatzversicherungen für Arbeitnehmer
- GDV: Kranken-Zusatzversicherung im Überblick
- Bundesgesundheitsministerium: Krankenversicherungsschutz für Arbeitnehmer
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