Im Berufsunfähigkeitsfall entstehen für Ärzte nicht nur Einkommensverluste, sondern auch erhöhte Gesundheitskosten – die PKV läuft weiter und muss weiter gezahlt werden. Die Koordination zwischen BU-Rente und PKV-Beiträgen ist ein häufig unterschätzter Aspekt der Absicherungsplanung.
Das Wichtigste in Kürze
- Im BU-Fall läuft die PKV weiter; der monatliche Beitrag kann 600–1.200 € oder mehr betragen.
- Die BU-Rente muss also nicht nur den Lebensunterhalt, sondern auch die PKV-Prämie abdecken.
- Eine Progressionsklausel erhöht die BU-Rente bei schwerem BU-Fall; das hilft auch bei steigenden PKV-Beiträgen im Alter.
- Manche BU-Policen bieten eine PKV-Beitragsbefreiung als Zusatzbaustein; die Verfügbarkeit ist aber eingeschränkt.
Vergleichstabelle
| Kriterium | BU ohne Progression | BU mit Progression |
|---|---|---|
| BU-Rente bei 50 % BU | 3.500 €/Monat | 3.500 €/Monat |
| BU-Rente bei 100 % BU | 3.500 €/Monat | ~7.000 €/Monat |
| PKV-Beitrag im BU-Fall | ~800 €/Monat (weiterhin) | ~800 €/Monat (weiterhin) |
| Verbleibend für Lebenshaltung (50% BU) | 2.700 €/Monat | 2.700 €/Monat |
| Verbleibend für Lebenshaltung (100% BU) | 2.700 €/Monat | 6.200 €/Monat |
| Schutz vor steigenden PKV-Beiträgen | Eingeschränkt | Besser |
Detailvergleich
PKV im BU-Fall: Die versteckte Kosten-Falle
Viele Ärzte übersehen beim BU-Rentenrechner, dass die PKV im Berufsunfähigkeitsfall nicht automatisch pausiert oder günstiger wird. Der volle Beitrag – oft 700–1.200 € monatlich für gut ausgestattete Tarife – läuft weiter. Das reduziert das verfügbare Netto-Einkommen aus der BU-Rente erheblich.
Progression als Puffer für PKV-Kosten
Bei steigendem BU-Grad und gleichzeitig steigenden PKV-Beiträgen (Altersrückstellungen bauen nicht unbegrenzt vor) bietet die Progressionsklausel einen wertvollen Puffer. Bei 100% Berufsunfähigkeit in höherem Alter, wenn die PKV-Beiträge höher sind, ist die erhöhte Progressionsrente besonders wertvoll.
PKV-Beitragsbefreiung als Alternative
Manche Versicherer bieten eine PKV-Beitragsbefreiung als Zusatzbaustein zur BU an. Diese ist aber selten und teuer; die Kombination aus hoher Progression und ausreichend bemessener BU-Rente ist in den meisten Fällen der praktikablere Weg.
Wann ist welche Option besser?
BU ohne Progression unterschätzt oft die PKV-Kosten im BU-Fall; besonders für ältere Ärzte mit höheren PKV-Beiträgen problematisch.
BU mit Progression bietet im schwerwiegenden BU-Fall deutlich mehr Netto-Spielraum nach PKV-Abzug; empfehlenswerter für langfristige Absicherungsplanung.
Fazit
Die PKV ist ein wesentlicher Kostenfaktor im BU-Fall. Ärzteversichert empfiehlt, die BU-Rentenhöhe immer inklusive der PKV-Kosten zu berechnen und die Progression als zusätzlichen Puffer für den schwerwiegenden Versicherungsfall einzubauen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- PKV-Verband – PKV-Beiträge und Altersrückstellungen
- GDV – BU und PKV im Leistungsfall
- Bundesärztekammer – Absicherungsplanung für Ärzte
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