Ärzte mit hohem Einkommen profitieren von der Elterngeldregelung oft weniger als erwartet, da der maximale Elterngeldbetrag gedeckelt ist. Die Wahl zwischen Basiselterngeld und ElterngeldPlus sowie deren optimale Kombination kann aber trotzdem die Gesamtförderung erheblich beeinflussen. Dieser Vergleich hilft Ärztinnen und Ärzten, die für sie beste Strategie zu wählen.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Basiselterngeld beträgt maximal 1.800 Euro pro Monat (67 Prozent des Nettoverdienstes bis zum Cap).
- ElterngeldPlus beträgt die Hälfte des Basiselterngelds, verlängert aber den Bezugszeitraum auf das Doppelte.
- Bei hohem Einkommen (über ca. 2.700 Euro netto) schöpfen Ärzte den Maximalbetrag aus.
- Partnerschaftsmonate und die Kombination beider Elterngeldvarianten können die Gesamtfördersumme maximieren.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Basiselterngeld | ElterngeldPlus |
|---|---|---|
| Monatlicher Betrag | Bis 1.800 €/Monat | Bis 900 €/Monat |
| Bezugsdauer | 12 Monate (14 mit Partner) | 24 Monate (28 mit Partner) |
| Kombination mit Teilzeit | Eingeschränkt | Gut kombinierbar |
| Gesamtförderung | Gleich bei voller Nutzung | Gleich (halber Betrag, doppelt so lang) |
| Geeignet für | Volle Elternzeit | Teilzeitmodelle |
| Steuerliche Behandlung | Progressionsvorbehalt | Progressionsvorbehalt |
Detailvergleich
Basiselterngeld: Optimal bei vollem Ausfall
Wenn ein Arzt oder eine Ärztin für einen klar definierten Zeitraum vollständig aus dem Praxisbetrieb ausscheidet, maximiert das Basiselterngeld den monatlichen Förderbetrag. Bei sehr hohem Einkommen (über ca. 2.700 Euro netto monatlich) ist die absolute Höhe durch den Deckel begrenzt.
ElterngeldPlus: Flexibel für Teilzeitmodelle
Ärzte, die während der Elternzeit in Teilzeit weiterarbeiten möchten (z. B. 20 Stunden pro Woche), profitieren vom ElterngeldPlus, da es bei reduzierter Arbeitszeit besser kombiniert werden kann. Die doppelte Bezugsdauer ermöglicht mehr Flexibilität in der Familienplanung.
Progressionsvorbehalt und steuerliche Implikationen
Elterngeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Das Elterngeld erhöht den Steuersatz auf das übrige Einkommen. Für gut verdienende Ärzte kann dieser Effekt die nominale Förderung teilweise aufzehren. Eine steuerliche Jahresplanung mit dem Steuerberater ist daher empfehlenswert.
Wann ist welche Option besser?
Basiselterngeld ist optimal, wenn ein Elternteil vollständig ausscheidet und die Förderung in kurzer Zeit maximiert werden soll.
ElterngeldPlus empfiehlt sich für Ärzte, die flexibel in Teilzeit zurückkehren möchten oder die Elternzeit über einen längeren Zeitraum strecken wollen.
Fazit
Die Kombination beider Elterngeldvarianten mit Partnerschaftsmonaten bietet für Arztfamilien die größte Flexibilität. Ärzteversichert empfiehlt, die optimale Elterngeldstrategie frühzeitig vor der Geburt mit einem Steuerberater zu planen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- BMG – Elterngeld und Elternzeit in Deutschland
- BMF – Steuerlicher Progressionsvorbehalt bei Elterngeld
- Bundesärztekammer – Elternzeit für Ärztinnen und Ärzte
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