Für Allgemeinmediziner stellt der Wegfall der Arbeitsfähigkeit ein erhebliches finanzielles Risiko dar. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente bietet zwar eine Basisabsicherung, doch im Arztberuf mit vergleichsweise hohem Einkommensniveau reicht sie im Alltag kaum aus. Wer im Leistungsfall seinen Lebensstandard halten will, muss frühzeitig Alternativen prüfen und kombinieren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die EM-Rente sichert im Alltag nur einen Bruchteil des ärztlichen Einkommens; private Ergänzungen sind notwendig.
  • Berufsunfähigkeitsversicherung, Dienstunfähigkeitsklausel und Versorgungswerk-BU sind die wichtigsten Alternativen.
  • Grundfähigkeitsversicherungen und Dread-Disease-Policen ergänzen als kostengünstigere Alternativen.
  • Auch eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung kann als Zusatzbaustein sinnvoll sein.

Vergleichstabelle

KriteriumEM-Rente (staatlich)Private BUGrundfähigkeitsversicherungDread Disease
LeistungsauslöserArbeitsunfähigkeit < 3–6 Std. täglich50 % BU im ArztberufVerlust definierter GrundfähigkeitenDiagnose schwerer Erkrankung
AlltagsrenteCa. 800–1.000 €/MonatBis 20.000 €/MonatBis ca. 3.000 €/MonatEinmalzahlung
BerufsschutzNein (abstrakte Verweisung)JaNeinNein
GesundheitsprüfungKeine (Pflichtversicherung)AusführlichVereinfachtMittel
BeitragPflichtbeitragHochModeratModerat

Detailvergleich

EM-Rente im Alltag: Reicht es zum Leben?

Im Alltag eines Allgemeinmediziners mit monatlichen Praxiskosten, Kreditverpflichtungen und Lebenshaltungskosten schließt die EM-Rente die Einkommenslücke kaum. Die Berechnung basiert auf den Entgeltpunkten der gesamten Versicherungsbiografie – bei Ärzten, die erst spät in die GKV-Pflichtversicherung eingetreten sind, fällt die Rente entsprechend niedrig aus.

Private BU als vollwertiger Ersatz

Die private Berufsunfähigkeitsversicherung ist die umfassendste Alternative: Sie schützt den zuletzt ausgeübten ärztlichen Beruf, leistet schon ab 50 % Berufsunfähigkeit und sieht keine abstrakte Verweisung vor. Im Alltag ermöglicht sie eine echte Einkommenssicherung auf dem gewohnten Niveau – sofern die versicherte Rente entsprechend hoch gewählt wird.

Ergänzende Alternativen für den Alltag

Grundfähigkeitsversicherungen und Dread-Disease-Policen bieten im Alltag eine kostengünstigere Absicherung, setzen jedoch nicht bei berufsspezifischer Einschränkung an. Sie können als Ergänzung zur BU oder für Ärzte mit Vorerkrankungen sinnvoll sein, wenn eine vollwertige BU nicht mehr abschließbar ist.

Wann ist welche Option besser?

EM-Rente als alleinige Absicherung reicht nur für Ärzte, die über erhebliches Privatvermögen oder Immobilieneinnahmen verfügen und den Einkommensausfall verkraften können.

Private BU ist für alle Allgemeinmediziner die erste Wahl, die auf ihr Arbeitseinkommen angewiesen sind und ihren Lebensstandard im Alltag halten wollen.

Grundfähigkeits- oder Dread-Disease-Policen kommen in Betracht, wenn der BU-Abschluss aufgrund von Vorerkrankungen nur zu sehr hohen Prämien möglich ist.

Fazit

Im Alltag können Allgemeinmediziner auf die EM-Rente allein nicht vertrauen. Ärzteversichert empfiehlt, frühzeitig eine private BU abzuschließen und diese bei Bedarf durch weitere Bausteine zu ergänzen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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