Wer als Allgemeinmediziner berufsunfähig wird, erwartet möglichst schnell finanzielle Unterstützung. Karenzzeiten in privaten BU-Verträgen können diesen Beginn hinauszögern. Bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente gibt es ebenfalls Wartezeiten – allerdings anderer Natur. Ein Vergleich hilft, die Liquiditätslücke im Leistungsfall zu verstehen und zu schließen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die gesetzliche EM-Rente setzt eine Mindestversicherungszeit von 5 Jahren voraus – keine Karenzzeit im engeren Sinne.
- Private BU-Verträge können optionale Karenzzeiten (z. B. 3 oder 6 Monate) enthalten, die den Beitrag senken.
- Während der Karenzzeit entsteht eine Deckungslücke, die Allgemeinmediziner über Rücklagen oder Krankentagegeld überbrücken müssen.
- Kurze oder keine Karenzzeit ist für Ärzte mit geringen Rücklagen ratsam.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Erwerbsminderungsrente | Private BU ohne Karenz | Private BU mit 3 Monaten Karenz |
|---|---|---|---|
| Leistungsbeginn | Nach Feststellung der Minderung | Sofort nach BU-Feststellung | 3 Monate nach BU-Feststellung |
| Mindestversicherungszeit | 5 Jahre | Keine | Keine |
| Monatlicher Beitrag | Pflichtbeitrag | Höher | Etwas niedriger |
| Liquiditätsrisiko | Mittel (Bearbeitungszeit) | Gering | Erhöht |
| Überbrückungsbedarf | Ja | Gering | Mittel |
Detailvergleich
Karenzzeiten und ihre Wirkung
Eine Karenzzeit in der privaten BU bedeutet, dass der Versicherungsschutz erst nach einer festgelegten Periode nach Eintritt der Berufsunfähigkeit einsetzt. Allgemeinmediziner, die eine Karenzzeit vereinbaren, zahlen niedrigere Beiträge – müssen aber die Übergangsphase aus eigener Tasche finanzieren.
Bearbeitungszeit bei der EM-Rente
Bei der gesetzlichen EM-Rente dauert die Bearbeitung durch die Deutsche Rentenversicherung in der Regel mehrere Monate. Auch hier entsteht eine Phase ohne Rentenzahlung, die eine Liquiditätsreserve erfordert.
Kombination mit Krankentagegeld
Allgemeinmediziner können die Karenzzeit in der BU durch ein Krankentagegeld überbrücken. Dieses springt nach einer vereinbarten Wartezeit (z. B. 43 Tage) ein und sichert das Einkommen bis zur BU-Anerkennung.
Wann ist welche Option besser?
Keine Karenzzeit in der privaten BU ist für Allgemeinmediziner ohne ausreichende Rücklagen die sicherste Wahl.
Karenzzeit kann sinnvoll sein, wenn ein ausreichendes Krankentagegeld und Rücklagen vorhanden sind und Beitragseinsparungen erwünscht sind.
Fazit
Karenzzeiten sind ein Werkzeug zur Beitragsoptimierung, aber nur dann sinnvoll, wenn die Deckungslücke anderweitig geschlossen ist. Ärzteversichert empfiehlt, die Karenzzeit individuell zu planen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- Deutsche Rentenversicherung – EM-Rente Antrag
- VVG – Versicherungsvertragsgesetz
- GDV – Krankentagegeld
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