Ärzte, die ihr Vermögen passiv anlegen möchten, haben zwei populäre Optionen: Sie können selbst ein ETF-Portfolio aufbauen und verwalten oder einen Robo-Advisor damit beauftragen. Beide Ansätze sind kostengünstiger als aktiv gemanagte Fonds, unterscheiden sich aber in Automatisierungsgrad, Kosten und Kontrolle.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein selbst aufgebautes ETF-Portfolio ist günstiger als ein Robo-Advisor, erfordert aber gelegentliche Eigeninitiative.
  • Robo-Advisor übernehmen Rebalancing, Steueroptimierung und Portfolioanlage automatisch.
  • Für Ärzte mit sehr wenig Zeit bietet ein Robo-Advisor den Vorteil vollständiger Automatisierung.
  • Die Kostendifferenz zwischen Robo-Advisor (0,3–0,8 %) und DIY-ETF-Portfolio (0,1–0,2 %) ist über Jahrzehnte signifikant.

Vergleichstabelle

KriteriumETF-SelbstportfolioRobo-Advisor
Gesamtkosten (TER + Service)0,1–0,2 % p.a.0,3–0,8 % p.a.
ZeitaufwandGering (1–2 Stunden/Jahr)Nahezu keiner
RebalancingManuellAutomatisch
SteueroptimierungManuellTeilweise automatisch
ProduktauswahlSelbstVom Anbieter festgelegt
TransparenzVollständigHoch

Detailvergleich

Kostenvergleich über 20 Jahre

Bei einem Startkapital von 200.000 Euro und 6 % Jahresrendite bedeutet die Kostendifferenz von 0,5 Prozentpunkten über 20 Jahre einen Unterschied von ca. 40.000 bis 50.000 Euro. Für Ärzte, die einmalig etwas Zeit investieren, um ein einfaches ETF-Portfolio aufzubauen (zwei bis drei ETFs), ist der Kostenvorteil erheblich.

Robo-Advisor: Komfort und Automatisierung

Robo-Advisor wie Scalable Capital, Quirion oder Cominvest verwalten das Portfolio automatisch, führen regelmäßiges Rebalancing durch und können in manchen Fällen steuerlich optimiert umschichten. Für Ärzte, die keine Zeit für Portfoliomanagement aufwenden möchten und bereit sind, dafür eine Servicegebühr zu zahlen, ist das eine bequeme Lösung.

DIY-ETF: Kontrolle und günstige Kosten

Ein selbst aufgebautes Portfolio aus zwei bis drei globalen ETFs erfordert minimalen laufenden Aufwand. Einmal im Jahr ein Rebalancing durchführen, das war es. Die vollständige Kontrolle über die gewählten ETFs, die Ausschüttungsstrategie und die Depotbank bleibt beim Anleger.

Wann ist welche Option besser?

ETF-Selbstportfolio ist die kostengünstigere Wahl für Ärzte mit grundlegendem Finanzwissen, die bereit sind, jährlich wenige Stunden für ihr Portfolio aufzuwenden.

Robo-Advisor eignet sich für Ärzte, die jeden Zeitaufwand vermeiden möchten und eine automatisierte, professionell verwaltete Lösung bevorzugen, auch wenn sie dafür einen Kostenaufschlag zahlen.

Fazit

Beide Ansätze sind deutlich besser als aktiv gemanagte Fonds. Ärzteversichert empfiehlt, vor der Entscheidung den Robo-Advisor-Kostenaufschlag realistisch gegen den eigenen Zeitaufwand abzuwägen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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