Arztpraxen, die mit langen Zahlungszielen bei Privatliquidationen oder Krankenkassenabrechnungen konfrontiert sind, nutzen zunehmend Factoring zur Liquiditätsoptimierung. Die Wahl zwischen Full-Service-Factoring und Inhouse-Factoring hängt von der Praxisgröße, dem Verwaltungsaufwand und der gewünschten Kontrolle ab.
Das Wichtigste in Kürze
- Full-Service-Factoring übernimmt Inkasso, Mahn- und Ausfallschutz, ideal für Praxen ohne eigenes Mahnwesen.
- Inhouse-Factoring liefert nur die Liquidität (Vorfinanzierung), das Forderungsmanagement bleibt in der Praxis.
- Full-Service ist teurer, spart aber erheblich Verwaltungsaufwand.
- Für kleinere Praxen ist Full-Service-Factoring oft wirtschaftlicher.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Full-Service-Factoring | Inhouse-Factoring |
|---|---|---|
| Inkasso übernommen | Ja | Nein |
| Mahnwesen übernommen | Ja | Nein |
| Ausfallschutz | Ja | Ja (meist) |
| Verwaltungsaufwand Praxis | Gering | Mittel |
| Kosten | 1–3 % der Forderung | 0,5–1,5 % der Forderung |
| Empfehlung | Kleine bis mittlere Praxen | Praxen mit eigenem Mahnwesen |
Detailvergleich
Full-Service-Factoring: Rundum-Sorglos-Paket
Beim Full-Service-Factoring kauft der Factor die Forderungen an, übernimmt das komplette Debitorenmanagement, Mahnwesen und Ausfallrisiko. Für Arztpraxen, die keine eigene Buchhaltungsabteilung haben, ist dies die unkomplizierteste Variante. Der Preis für diesen Komfort liegt in der Regel bei 1–3 % der Forderungshöhe.
Inhouse-Factoring: Günstiger mit mehr Eigenlast
Beim Inhouse-Factoring verkauft die Praxis die Forderungen an den Factor, bleibt aber selbst für Mahnwesen und Kundenbeziehung zuständig. Die Kosten sind niedriger, der Verwaltungsaufwand jedoch deutlich höher. Für Praxen mit eigenem Abrechnungsbüro kann diese Variante wirtschaftlich sinnvoller sein.
Ausfallschutz als gemeinsames Merkmal
Beide Varianten bieten in der Regel einen Ausfallschutz (echtes Factoring), bei dem der Factor das Ausfallrisiko trägt. Dies verbessert die Bilanzsituation der Praxis und reduziert das Forderungsrisiko.
Wann ist welche Option besser?
Full-Service-Factoring, für kleine bis mittlere Praxen ohne eigenes Mahnwesen oder für Praxen, die Verwaltungsaufwand minimieren wollen.
Inhouse-Factoring, für größere Praxen oder MVZ mit eigenem Abrechnungsteam, die die Kosten niedrig halten wollen.
Fazit
Die Wahl des Factoring-Modells hängt von der Praxisgröße und dem vorhandenen Verwaltungsapparat ab. Ärzteversichert empfiehlt, beide Modelle kostenrechnerisch zu vergleichen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
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