Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) bieten Arztpraxen die Möglichkeit, ihren Honorarumsatz jenseits der GKV-Budgetierung zu steigern. Gynäkologen und Orthopäden haben unterschiedliche IGeL-Profile, ein Vergleich zeigt, wo das größte Potenzial liegt.
Das Wichtigste in Kürze
- Gynäkologen haben ein breites IGeL-Spektrum: Krebsfrüherkennungsuntersuchungen, Sexualhormonanalysen, HPV-Tests, Mutterschaftsvorsorge-Extras.
- Orthopäden profitieren von IGeL wie Stoßwellentherapie, Akupunktur, erweiterte Bildgebung und Muskelaufbautraining.
- Beide Fachgruppen können IGeL wirtschaftlich sinnvoll anbieten, der Schlüssel liegt in der richtigen Patientenkommunikation.
- IGeL-Leistungen werden ausschließlich nach GOÄ abgerechnet.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Gynäkologie | Orthopädie |
|---|---|---|
| Typische IGeL | HPV-Test, Krebsvorsorge, Hormonstatus | Stoßwellentherapie, Akupunktur, Sportmedizin |
| Durchschnittlicher IGeL-Umsatz/Fall | Ca. 30–150 € | Ca. 50–300 € |
| Patientenakzeptanz | Hoch | Mittel bis hoch |
| Jährliche IGeL-Fälle (typisch) | Viele (Vorsorge) | Selektiv (chronische Beschwerden) |
| GOÄ-Abrechnungskomplexität | Mittel | Mittel |
| IGeL-Gesamtpotenzial | Hoch | Hoch |
Detailvergleich
IGeL in der Gynäkologie
Gynäkologen bieten ihren Patientinnen ein umfangreiches IGeL-Angebot: Der HPV-Test auf alle Hochrisikotypen, der Hormonstatus oder erweiterte Krebsvorsorge-Untersuchungen (z. B. 3D-Mammographie, Brustultraschall) sind klassische Beispiele. Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen bieten eine ideale Gelegenheit, IGeL-Leistungen anzusprechen.
IGeL in der Orthopädie
Orthopäden haben mit Stoßwellentherapie, Akupunktur, Ganzkörpervibrationstraining und erweiterten Bildgebungsleistungen ein breites IGeL-Portfolio. Chronisch schmerzgeplagte Patienten sind besonders offen für ergänzende Leistungen. Allerdings ist die Patientenfrequenz pro IGeL-Leistung in der Orthopädie oft geringer als in der Gynäkologie.
Kommunikation als Schlüsselfaktor
Erfolgreiche IGeL-Anbieter in beiden Fachgruppen setzen auf transparente Patientenkommunikation, schriftliche Information und professionelle Aufklärung. Ein klarer wirtschaftlicher Nutzen für den Patienten ist Voraussetzung für die Akzeptanz.
Wann ist welche Option besser?
Gynäkologie, für ein hohes Volumen an standardisierten IGeL-Leistungen im Rahmen der Vorsorge.
Orthopädie, für hochwertige, gut vergütete Einzelleistungen bei ausgewählten Patienten.
Fazit
Beide Fachgruppen haben erhebliches IGeL-Potenzial. Ärzteversichert empfiehlt, das IGeL-Angebot systematisch aufzubauen und transparent zu kommunizieren. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
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