Immobilien gelten als attraktive Anlageklasse für Ärzte. Die Frage ist: Direkt in eine Immobilie investieren oder über einen Immobilienfonds? Beide Wege bieten Zugang zur Anlageklasse Immobilien, unterscheiden sich aber erheblich in Aufwand, Liquidität und Renditeprofil.
Das Wichtigste in Kürze
- Direktinvestments bieten volle Kontrolle, Hebelwirkung und direkte Mieteinnahmen, aber hohen Verwaltungsaufwand.
- Immobilienfonds (offene oder geschlossene) ermöglichen indirekten Zugang mit geringerem Kapitalbedarf und höherer Diversifikation.
- Offene Immobilienfonds sind liquider; geschlossene Fonds binden Kapital langfristig.
- Steuerlich unterscheiden sich beide Formen erheblich.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Direktinvestment | Offener Immobilienfonds | Geschlossener Fonds |
|---|---|---|---|
| Startkapital | Hoch (50.000+ €) | Gering (500+ €) | Mittel (10.000+ €) |
| Verwaltungsaufwand | Hoch | Gering | Gering |
| Liquidität | Sehr gering | Mittel | Sehr gering |
| Diversifikation | Gering | Hoch | Gering bis mittel |
| Hebelwirkung | Hoch | Nein | Begrenzt |
| Rendite p.a. | Ca. 3–6 % | Ca. 2–4 % | Ca. 4–8 % (variabel) |
Detailvergleich
Direktinvestment: Kontrolle und Hebelwirkung
Das direkte Immobilieninvestment bietet Ärzten volle Kontrolle über die Investition, Hebelwirkung durch Fremdfinanzierung und direkte Mieteinnahmen. Der Verwaltungsaufwand ist jedoch erheblich: Mietersuche, Betriebskostenabrechnung, Instandhaltung. Für zeitarme Ärzte kann dies eine Belastung sein.
Offener Immobilienfonds: Liquidität und Diversifikation
Offene Immobilienfonds (z. B. Deka Immobilien, UniImmo) bündeln Kapital vieler Anleger und investieren in Gewerbe- und Wohnimmobilien. Die Verwaltung übernimmt der Fondsmanager. Die Renditen sind moderat, die Liquidität durch eine Haltefrist von 2 Jahren und Kündigungsfrist begrenzt.
Geschlossener Fonds: Höhere Renditen mit Illiquidität
Geschlossene Immobilienfonds investieren in spezifische Projekte (z. B. Pflegeheime, Einkaufszentren). Die Renditen können attraktiv sein, das Kapital ist aber langfristig gebunden und kaum liquide. Für Ärzte mit ausreichender Liquidität kann diese Option als Beimischung interessant sein.
Wann ist welche Option besser?
Direktinvestment, für Ärzte mit ausreichend Kapital, Zeit und Freude an der Immobilienverwaltung.
Offener Immobilienfonds, für zeitarme Ärzte, die mit kleinem Kapital in Immobilien investieren wollen.
Geschlossener Fonds, als Beimischung für Ärzte mit ausreichender Liquidität und höherem Renditeziel.
Fazit
Die Wahl zwischen Direktinvestment und Fonds hängt von Kapital, Zeit und Risikobereitschaft ab. Ärzteversichert empfiehlt, zunächst die liquide Anlagebasis (ETF, offener Fonds) aufzubauen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- BaFin – Investmentfonds
- Bundesfinanzministerium – Immobilienbesteuerung
- GDV – Altersvorsorge und Immobilien
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