Arztpraxen sind mit teurer Medizintechnik ausgestattet – von Ultraschallgeräten über EKG-Systeme bis hin zu dentalen Röntgenanlagen. Wenn diese Geräte ausfallen, entstehen nicht nur Reparaturkosten, sondern auch Umsatzausfälle. Zwei Versicherungsprodukte sichern diese Risiken ab: die Maschinenbruchversicherung und die Elektronikversicherung. Die Abgrenzung ist für viele Praxisinhaber unklar – zu Unrecht, denn Lücken im Versicherungsschutz können teuer werden.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Maschinenbruchversicherung deckt Schäden an mechanischen und elektromechanischen Geräten durch Bedienungsfehler, Materialermüdung oder Konstruktionsmängel.
  • Die Elektronikversicherung schützt EDV-Anlagen, Computer, Praxissoftware-Server und elektronische Steuerungen gegen Überspannung, Bedienungsfehler und Feuchtigkeit.
  • Beide Versicherungen ergänzen sich; in der Praxis gibt es Überschneidungen bei modernen Geräten mit elektronischer Steuerung.
  • Ein kombiniertes Sachversicherungspaket (Inhaltsversicherung + Elektronik + Maschinen) ist oft günstiger als Einzelpolicen.

Vergleichstabelle

KriteriumMaschinenbruchversicherungElektronikversicherung
Geschützte ObjekteMechanische/elektromechanische GeräteEDV, Server, elektronische Steuerungen
Typische SchädenVerschleiß, Bedienungsfehler, BruchÜberspannung, Kurzschluss, Feuchtigkeit
Datenverlust abgedecktNeinOft (als Zusatz)
BetriebsunterbrechungZusatz möglichZusatz möglich
Durchschn. Prämie/Jahr300–800 €200–600 €
ÜberschneidungBei elektronisch gesteuerten MaschinenBei elektromechanischen Geräten

Detailvergleich

Maschinenbruchversicherung – Schutz für Medizintechnik

Typisch versicherte Geräte in Arztpraxen sind Röntgenanlagen, Ultraschallgeräte, Autoklave (Sterilisatoren), Behandlungsstühle und Diagnosegeräte. Der Versicherungsfall tritt ein, wenn ein Gerät durch innere Ursachen – Materialfehler, Bedienungsfehler, Kurzschluss in der Mechanik – beschädigt wird. Externe Schäden wie Brand oder Einbruchdiebstahl sind nicht abgedeckt (dafür zuständig: Inhaltsversicherung).

Elektronikversicherung – Schutz für IT und Steuerungen

Die Elektronikversicherung greift bei Computern, Servern, Praxisverwaltungssystemen, Netzwerktechnik und modernen elektronisch gesteuerten Medizingeräten. Schäden durch Überspannung, Bedienungsfehler, Feuchtigkeit oder Kurzschluss in elektronischen Komponenten sind versichert. Viele Tarife schließen auch Datenwiederherststellungskosten und Mehrkosten durch Betriebsunterbrechung ein.

Abgrenzung und Überschneidungen

Moderne Medizingeräte sind oft hybrid: Ein MRT oder CT enthält sowohl mechanische als auch komplexe elektronische Komponenten. Hier kann es zu Graubereichen kommen. Kluge Praxisinhaber versichern solche Geräte ausdrücklich in beiden Policen oder wählen ein Kombinationspaket, das beide Risiken explizit abdeckt.

Wann ist welche Option besser?

Maschinenbruchversicherung allein reicht für mechanisch dominierte Geräte wie Behandlungsstühle, Kompressoren oder Sterilisatoren.

Elektronikversicherung allein reicht für reine IT-Ausstattung ohne mechanische Komponenten.

Beide Versicherungen sind für Praxen mit komplexer Medizintechnik (Bildgebung, Labor) unverzichtbar.

Fazit

Praxisinhaber sollten ihre Geräteliste systematisch aufnehmen und prüfen, ob jedes Gerät eindeutig einer der beiden Versicherungskategorien zugeordnet ist. Ärzteversichert empfiehlt ein gebündeltes Sachversicherungspaket, das beide Risiken ohne Lücken abdeckt. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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