Für Ärzte auf dem Weg in die Selbstständigkeit gibt es zwei Hauptoptionen: den Kauf einer bestehenden Praxis oder die Neugründung von Grund auf. Beide Wege haben spezifische Vor- und Nachteile.
Kriterien im Überblick
Praxiskauf: Übernahme eines bestehenden Patientenstamms, eingespieltes Personal, laufende Einnahmen ab Tag eins. Kaufpreis enthält Goodwill. Risiko verdeckter Mängel (Gerätezustand, schlechte Patientenbindung, Schulden).
Praxisneugründung: Aufbau von null, keine Goodwill-Zahlung. Volle Gestaltungsfreiheit bei Praxiskonzept und Standort. Anlaufverluste in den ersten 12 bis 24 Monaten. Kein übernommener Rucksack an alten Strukturen.
Direkter Vergleich
| Kriterium | Praxiskauf | Praxisneugründung |
|---|---|---|
| Soforteinnahmen | Ja | Nein (Anlaufphase) |
| Investitionskosten | Kaufpreis + ggf. Renovierung | Einrichtung + Geräte |
| Patientenstamm | Vorhanden | Aufzubauen |
| Risiken | Goodwill-Entwertung, Mängel | Anlaufverluste |
| Gestaltungsfreiheit | Eingeschränkt | Vollständig |
Die Anlaufphase einer Neugründung dauert in der Regel 18 bis 36 Monate, bis stabile Einnahmen erzielt werden. Ein Liquiditätspuffer von 100.000 bis 200.000 Euro ist sinnvoll.
Empfehlung für Ärzte
Ärzte mit begrenzten Reserven für Anlaufverluste sollten den Praxiskauf bevorzugen. Wer maximale Gestaltungsfreiheit sucht und über ausreichend Kapital verfügt, kann mit einer Neugründung die optimale Praxis erschaffen.
Ärzteversichert sichert beide Gründungswege mit passenden Versicherungskonzepten ab.
Weiterführende Quellen:
- KBV: Praxisbörse
- Bundesärztekammer: Praxiskauf und Neugründung
- Deutsche Apotheker- und Ärztebank: Praxiskauf
Persönliche Beratung zu diesem Thema?
Kostenfreie Erstberatung anfragen →