Der Privatpatientenanteil ist einer der wichtigsten Hebel für das Praxiseinkommen. Aber welcher Anteil ist realistisch, wirtschaftlich optimal und qualitativ vertretbar?

Kriterien im Überblick

20% Privatanteil: Typisch für Hausarztpraxen in der Kassenversorgung. Stabiles Grundeinkommen durch KV-Honorar, niedriges Einkommenspotenzial. Geringes Mahnwesen, aber auch geringes Gewinnwachstum.

50% Privatanteil: Ausgeglichener Mix, typisch für gut positionierte Internisten, Orthopäden, Dermatologen. Planbare Einnahmen durch Kassenhonorare, signifikantes Privatpotenzial. Aktives Patientenmarketing nötig.

80% Privatanteil: Möglich in Städten mit hohem Wohlstand und für reine Wahl-Arzt-Praxen. Sehr hohes Einkommenspotenzial, aber auch hohes Ausfallrisiko bei wirtschaftlichem Abschwung. Intensive GOÄ-Abrechnung nötig.

Direkter Vergleich

Kriterium20% Privat50% Privat80% Privat
Umsatz-PotenzialNiedrigMittelSehr hoch
EinkommensstabilitätHochMittelGeringer
VerwaltungsaufwandNiedrigMittelHoch
MahnwesenGeringMittelHoch
Kassenzulassung nötigJaJaOptional

Je höher der Privatanteil, desto höher das Einkommensrisiko bei Veränderungen im Patienten-Mix oder bei wirtschaftlichen Krisen.

Empfehlung für Ärzte

Eine Mischung aus KV-Zulassung und aktivem Privatpatientenmarketing (IGeL, Wahlleistungen) ist für die meisten Praxen optimal. Ein Privatanteil von 30 bis 50% bietet das beste Verhältnis aus Einkommensstabilität und Wachstumspotenzial.

Ärzteversichert sichert Praxen gegen Einkommensausfälle ab, unabhängig vom Privatpatientenanteil.

Weiterführende Quellen:

Blog-Übersicht

Persönliche Beratung zu diesem Thema?

Kostenfreie Erstberatung anfragen →