Das Medizinstudium ist eines der längsten und kostenintensivsten Studien in Deutschland. Lernmaterialien, Fahrkosten, Semesterbeiträge und Lebenshaltungskosten summieren sich über 12 bis 14 Semester auf einen erheblichen Betrag. Stipendien und Studienkredite sind die zwei wichtigsten externen Finanzierungswege neben elterlicher Unterstützung und BAföG.

Kriterien im Überblick

Ein Stipendium ist eine Förderung ohne Rückzahlungspflicht. Die bekanntesten Stipendiengeber für Medizinstudierende sind die Begabtenförderungswerke (z.B. Studienstiftung des deutschen Volkes, Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung), das Deutschlandstipendium sowie Förderprogramme einzelner Krankenkassen oder Ärztekammern. Die Förderbeträge liegen typischerweise bei 300 bis 800 Euro monatlich.

Ein Studienkredit wird als Darlehen gewährt und muss nach dem Studium zurückgezahlt werden. Der KfW-Studienkredit bietet bis zu 650 Euro monatlich zu aktuell niedrigen Zinsen. Verglichen mit anderen Kreditformen sind die Konditionen günstig, aber die Gesamtschulden können nach 12 Semestern dennoch 40.000 bis 70.000 Euro erreichen.

Direkter Vergleich

KriteriumStipendiumStudienkredit
RückzahlungspflichtKeineJa, mit Zinsen
ZugangshürdeHoch (Leistung, Persönlichkeit)Niedrig
Monatlicher Betrag300 bis 800 EuroBis 650 Euro (KfW)
ZusatzleistungenNetzwerk, Seminare, MentoringKeine
BewerbungsaufwandHochGering
Kombinierbarkeit mit BAföGTeilweise möglichJa

Stipendien sind finanziell deutlich attraktiver, aber die Vergabequoten sind gering. Die Studienstiftung des deutschen Volkes nimmt nur rund 0,5 % aller Studierenden auf. Medizinstudierende haben aufgrund ihrer Leistungsorientierung statistisch gute Chancen, sollten sich aber frühzeitig bewerben.

Empfehlung für Ärzte

Medizinstudierende sollten Stipendien aktiv recherchieren und sich parallel bei mehreren Förderern bewerben. Parallel dazu ist der KfW-Studienkredit als Sicherheitsnetz sinnvoll, falls keine Förderung zustandekommt. Die Kombination beider Instrumente ist in manchen Konstellationen möglich.

Ärzteversichert begleitet angehende Ärzte nicht nur bei Versicherungsfragen, sondern gibt auch Hinweise zur Finanzplanung im Studium und beim Berufseinstieg.

Fazit: Stipendien sind die bessere Lösung, aber nicht für alle erreichbar. Studienkredite sind flexibel, aber erhöhen den Schuldenberg nach dem Abschluss.


Quellen:

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