Die Telematikinfrastruktur (TI) ist Pflicht für alle zugelassenen Arzt- und Zahnarztpraxen. Welches Konnektor-Modell verwendet wird, beeinflusst Kosten, Supportlaufzeiten und den Übergang zur geplanten TI 2.0 mit Cloud-Konnektoren. Ein Überblick über die aktuell relevanten Modelle und Optionen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Alle KBV-zertifizierten Konnektoren erfüllen die technischen Mindestanforderungen; entscheidend sind Supportlaufzeit und Kompatibilität mit TI 2.0.
  • Ältere Konnektoren (Typ: Secunet, CompuGroup, Orion) laufen teils 2024–2026 aus; Austausch ist Pflicht.
  • Cloud-Konnektoren (TI 2.0) sind in der Einführungsphase; mehrere Anbieter bieten SaaS-Modelle an.
  • Die gematik-Pauschale deckt Anschaffung und Betrieb nur teilweise; Praxen müssen Eigenkosten einplanen.

Vergleichstabelle

KriteriumHardware-Konnektor (aktuell)Cloud-Konnektor (TI 2.0)
Kosten Anschaffung0 € (Pauschale) + ggf. ZuzahlungMonatliche SaaS-Gebühr
Betriebskosten~150–300 €/Jahr~25–50 €/Monat
SupportlaufzeitModellabhängig (2024–2028)Kontinuierlich
AusfallsicherheitLokal (stromabhängig)Cloud-Redundanz
DatenschutzLokalAnbieterabhängig
Migration zu TI 2.0ErforderlichBereits TI 2.0

Detailvergleich

Hardware-Konnektoren: Bewährt, aber mit Ablaufdatum

Die bekannten Hardware-Konnektoren (Secunet konnektor, CompuGroup, Orion Health) sind physische Geräte, die in der Praxis installiert werden. Sie sind zuverlässig, aber an ihre Zertifizierungslaufzeit gebunden. Sobald die Zertifizierung ausläuft, müssen sie ausgetauscht werden – auf Kosten der Praxis, sofern die gematik-Pauschale nicht greift. Für 2026 sind mehrere Modelle betroffen.

Cloud-Konnektoren: Zukunft der TI

Im Rahmen der TI 2.0 werden physische Konnektoren perspektivisch durch Cloud-basierte Lösungen ersetzt. Erste Anbieter (z.B. Arvato, IBM Health) haben bereits Produkte in der Zulassung. Die Umstellung reduziert Hardware-Wartungsaufwand, schafft aber neue Abhängigkeiten von Cloud-Anbietern und Datenschutzfragen.

Kosten und Erstattung

Die KBV-Erstattungspauschale für TI-Anschlusskosten deckt nicht alle anfallenden Kosten. Praxen sollten die tatsächliche Betriebskostenbelastung in ihrer Praxisplanung berücksichtigen. Bei mehreren Standorten oder MVZ-Strukturen multiplizieren sich die Kosten.

Wann ist welche Option besser?

Hardware-Konnektor ist derzeit noch der Standard; wichtig ist zu prüfen, ob das aktuell genutzte Modell noch innerhalb der Zertifizierungslaufzeit liegt.

Cloud-Konnektor empfiehlt sich für Praxen, die modernisieren und langfristig Wartungsaufwand reduzieren wollen; aber erst wenn die Zulassung vollständig abgeschlossen ist.

Fazit

Die TI-Konnektor-Entscheidung ist 2026 von der bevorstehenden TI 2.0-Migration geprägt. Ärzteversichert empfiehlt, den aktuellen Konnektor auf seine Laufzeit zu prüfen und eine Cloud-Migration frühzeitig zu planen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.

Quellen

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