Mit der Einführung der TI 2.0 stehen Arztpraxen vor der Wahl: Weiter auf bewährte Hardware-Konnektoren setzen oder den Wechsel zur Cloud-basierten TI vollziehen? Beide Ansätze haben spezifische Vor- und Nachteile, die je nach Praxisstruktur unterschiedlich ins Gewicht fallen.
Das Wichtigste in Kürze
- Hardware-Konnektoren sind lokal installiert, wartungsintensiver und haben ein Ablaufdatum durch zeitlich begrenzte Zertifizierungen.
- Cloud-Konnektoren (TI 2.0) übertragen die TI-Funktionalität in die Cloud; weniger Hardware, aber höhere Netzabhängigkeit.
- Datenschutzrechtlich sind beide Varianten zulässig; bei Cloud-Lösungen müssen Auftragsverarbeitungsverträge (AVV) geschlossen werden.
- Die gematik treibt den Übergang zur Cloud-TI aktiv voran; Hardware-Konnektoren werden mittelfristig auslaufen.
Vergleichstabelle
| Kriterium | Hardware-Konnektor | Cloud-Konnektor (TI 2.0) |
|---|---|---|
| Standort der Verarbeitung | Lokal in der Praxis | Rechenzentrum des Anbieters |
| Internetabhängigkeit | Gering (Offline-Betrieb möglich) | Hoch |
| Wartungsaufwand | Hoch (Updates, Zertifikate) | Gering (Anbieter übernimmt) |
| Laufzeit | Zertifizierungsbegrenzt | Kontinuierlich |
| DSGVO-Konformität | Ja | Ja (mit AVV) |
| Monatliche Kosten | ~15–25 €/Monat | ~25–50 €/Monat |
Detailvergleich
Hardware-Konnektor: Lokale Kontrolle, Wartungsbedarf
Der physische Konnektor in der Praxis bietet maximale lokale Kontrolle. Gesundheitsdaten verlassen die Praxis nicht. Nachteil: Der IT-Dienstleister muss regelmäßig Zertifikate erneuern, und bei Ablauf der gematik-Zertifizierung muss das Gerät ausgetauscht werden. Der Administrationsaufwand ist höher als bei Cloud-Lösungen.
Cloud-Konnektor: Weniger Hardware, mehr Abhängigkeit
Cloud-Konnektoren reduzieren den Hardware-Aufwand deutlich. Updates und Zertifizierungen übernimmt der Anbieter automatisch. Der Betrieb ist stabiler, solange eine zuverlässige Internetverbindung besteht. Bei Ausfall der Internetverbindung ist die TI-Anbindung unterbrochen; Praxen sollten redundante Verbindungen prüfen.
Datenschutz im Vergleich
Beide Varianten sind nach aktuellem Recht datenschutzkonform umsetzbar. Bei Cloud-Lösungen ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) nach Art. 28 DSGVO abzuschließen; zudem muss der Serverstandort in der EU liegen. Praxen sollten die DSGVO-Konformität vor Vertragsschluss prüfen.
Wann ist welche Option besser?
Hardware-Konnektor ist kurzfristig die risikoärmste Option für Praxen, die ihren aktuellen Konnektor noch innerhalb der Zertifizierungslaufzeit betreiben.
Cloud-Konnektor eignet sich für Praxen, die neu anschließen oder bei denen der Hardware-Konnektor ausläuft; langfristig ist dieser Ansatz der Zukunftsstandard.
Fazit
Der Übergang zur Cloud-TI ist geplant und unvermeidlich. Ärzteversichert empfiehlt, den aktuellen TI-Vertrag zu prüfen, Ablaufdaten zu kennen und bei Neuanschaffungen direkt auf Cloud-Modelle zu setzen. Weitere Artikel finden Sie in der Blog-Übersicht.
Quellen
- gematik – TI 2.0 Cloud-Konnektor
- KBV – TI-Anschluss Praxisleitfaden
- Bundesbeauftragter für Datenschutz – Cloud-Nutzung im Gesundheitswesen
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