Lange Wartezeiten sind einer der häufigsten Kritikpunkte von Patienten und ein ernsthaftes Problem für die Praxisorganisation. Terminmanagement-Software kann dabei helfen, Abläufe zu optimieren, Leerlauf zu reduzieren und Patienten besser zu informieren. Mehrere Anbieter haben sich auf den Arztmarkt spezialisiert.
Kriterien im Überblick
Moderne Terminmanagement-Software bietet Online-Terminbuchung für Patienten, automatische Erinnerungen per SMS oder E-Mail, Warteschlangen-Management und Integration in die Praxisverwaltungssoftware (PVS). Die Unterschiede liegen in Funktionsumfang, Datenschutzkonformität, Preismodell und Integrationsfähigkeit.
Direkter Vergleich
| Kriterium | Doctolib | Jameda | Samedi | Interne PVS-Lösung |
|---|---|---|---|---|
| Online-Terminbuchung | Ja | Ja | Ja | Teilweise |
| PVS-Integration | Gut | Gut | Gut | Vollständig |
| Patientendaten (DSGVO) | EU-Server | DE-Server | DE-Server | Vollständig lokal |
| Monatliche Kosten | ca. 100 bis 200 Euro | ca. 50 bis 150 Euro | ca. 80 bis 180 Euro | Im PVS enthalten |
| Patientennetzwerk | Groß (>30 Mio. Nutzer) | Mittel | Klein | Kein externes Netz |
| Erinnerungsfunktion | Ja | Ja | Ja | Teilweise |
| Bewertungsplattform | Nein | Ja (integriert) | Nein | Nein |
Doctolib ist in Deutschland mit über 30 Millionen Patienten das größte Buchungsportal und bringt den Vorteil einer hohen Nutzerbasis. Jameda ist als Bewertungsplattform zusätzlich für die Praxisreputation relevant. Samedi ist eine eher kleinere, spezialisierte Lösung.
Wichtig bei der Auswahl: Datenschutzkonformität und Datenspeicherort. Patientendaten müssen DSGVO-konform verarbeitet werden. Bei externen Plattformen sollten Datenverarbeitungsverträge geprüft werden.
Empfehlung für Ärzte
Praxen, die ihre Online-Sichtbarkeit steigern wollen, profitieren von Plattformen wie Doctolib oder Jameda. Wer Datenschutz über Reichweite stellt, sollte eine PVS-integrierte Lösung oder Samedi bevorzugen. In jedem Fall reduziert digitale Terminverwaltung Telefonaufkommen und Wartezeiten messbar.
Ärzteversichert weist darauf hin, dass IT-Datenschutzmängel bei der Nutzung externer Plattformen Haftungsrisiken erzeugen können. Der Versicherungsschutz sollte IT-bezogene Datenschutzverletzungen abdecken.
Fazit: Terminmanagement-Software lohnt sich für fast alle Praxen. Die Wahl hängt von Datenschutzanforderungen, Budget und gewünschter Reichweite ab.
Quellen:
- Kassenärztliche Bundesvereinigung: Digitalisierung in der Praxis
- Bundesbeauftragter für den Datenschutz: Gesundheitsdaten und DSGVO
- Stiftung Warentest: Arztbewertungsportale im Test
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